Archiv der Kategorie 'Café Résistance'

Bad Nenndorf 2014

Bad Nenndorf

Am 2. August wollen wieder Neonazis in Bad Nenndorf bei Hannover zu
einem sog. Trauermarsch aufmarschieren. Im letzten Jahr ist es erstmals
seit 2006 gelungen den Aufmarsch zu blockieren. Rund 600 Menschen
beteiligten sich an einer Blockade auf der Naziroute. An diesen Erfolg
soll in diesem Jahr angeknüpft werden.

Am 29.07. findet deshalb ein Infoveranstaltung, mit Referent_innen der
Initiative »Kein Naziaufmarsch in Bad Nenndorf« statt. Sie werden über
Hintergründe des Aufmarsches sprechen und ihre Planungen für
Massenblockaden vorstellen. Im Gepäck haben sie außerdem
Mobilisierungsmaterial, Schnickschnack und praktische Demotipps.

Infos aus Bad Nenndorf gibts Hier

29.07.2014
19.00 Uhr
Substanz, Frankenstraße 25a

Vortrag: „Ohne revolutionäre Organisierung geht´s (leider) nicht!“


Am 15.07.14, um 19:00h, wird es im Rahmen des SubstAnZ Hausfestes,, im Café Résistance, einen Vortrag mit dem Titel: „ohne revolutionäre Organisierung gehts leider nicht“ geben. Eingeladen wurden Genoss_innen der Basisgruppe Antifaschismus Bremen/…Ums Ganze!-Bündnis.

Hier der Ankündigungstext zum Vortrag:

Ohne revolutionäre Organisierung geht’s nicht.
Die Basisgruppe Antifaschismus (Bremen) und das bundesweite Bündnis „…ums Ganze“ stellen sich vor.
Das „…ums Ganze“-Bündnis wurde Ende 2006 gegründet, um linksradikale Gesellschaftskritik überregional zu organisieren und handlungsfähig zu machen. Es geht um eine Kritik für die es weder Institutionen noch Parlamente, noch feste Verfahren gibt: Um die Kritik gesellschaftlicher Herrschaft in ihrer Gänze. Denn Herrschaft resultiert nicht aus der falschen Politik, aus Behördenwillkür oder dem angeblichen Egoismus der Menschen. (mehr…)

Viel los diese Woche!

20.05.14 – 19.00h
Heute (20.05.) ist wieder um 19.00h Café Résistance im SubstAnz mit einem Mobi-Vortrag zu Dresden.
Es gibt außerdem noch ein paar Bustickets für Dresden (25 Euro) und für die Bildungsfahrt (100 Euro)
Weitere Infos zur Busfahrt nach Dresden: caferesistance.blogsport.de
Weitere Infos zur Bildungsfahrt nach Krakau: aaos.noblogs.org

21.05.14 – 20.00h
Mittwoch läuft um 20h der Film „Blut muss fließen“ in der Lagerhalle. Weitere Infos hier

23.05.14 – 21.00h
Freitag ist die GROßE Party von der JAKO um 21h im SubstAnZ, Eintritt 5 Euro.
5 jahre jako

24.05.14 – 21.00h
Samstag ist eine Demonstration in Gütersloh für die Rechte von Geflüchteten und, wem das zu weit ist, abends eine Kundgebung vor dem Alando gegen die rassistische Türpolitik.

Also los geht’s, ausruhen könnt ihr ein anderes Mal!

Mobi-Veranstaltung gegen den Naziaufmarsch in Dortmund

Am 1. Mai wollen Nazis in Dortmund aufmarschieren. Dies gilt es zu verhindern!
Hierzu wird es im Café Résistance am 15.4 um 19h eine Mobi Veranstaltung mit Genoss_innen aus Dortmund geben.
Also kommt alle vorbei und am 1. Mai auf nach Dortmund. Kein Fußbreit den Faschist_innen!

Hier noch der Aufruf der Autonomen Antifa 170 aus Dortmund
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Café Klatsch zum Tag der politischen Gefangenen

Tag der politischen Gefangenen

Am 18.3 ist wieder Café Klatsch! Für Menschen, die sich für die aktuelle Lage rund um die Geflüchteten interessieren, oder/und beabsichtigen am 22.3 nach Münster (gegen den 1000 Kreuze Marsch) und am 29.3 nach Dortmund („Erinnern heißt Kämpfen“ Demo) zu fahren, könnte dies besonders interessant werden.
Außerdem wird ein Film zum Tag der politischen Gefangenen gezeigt. Wie gewohnt also am 18.3 ab 19h im SubstAnZ, Frankenstraße 25a.

15.03. Solidemo für die Taubenstraße in Emsdetten

Solidaritätsdemonstration für die Arbeiter_innen in der Taubenstraße

Am 15.03. veranstaltet der Offene Antifaschistische Treff Emsdetten mit Bleiberechtgruppen aus Emsdetten und betroffenen Arbeiter_innen eine Demonstration gegen die Arbeits- und Unterbringungsstiutation in der Taubenstraße durch die Firma Sprehe.
Bereits morgen findet hierzu eine Mobiveranstaltung im Rahmen des Café Résistance statt.

Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf zur Demonstration

Der Demonstrationsaufruf

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Veranstaltungen gegen den 1000 Kreuze-Marsch in Münster!

blubb

Im Café Résistance sind am 18.02.2014 + 04.03.2014 Info- und Moblisierungsveranstaltungen gegen den „1000-Kreuze-Marsch“ in Münster. Es wird am 22.03.2014 unter anderem eine Demonstration gegen eben diese fundamentalistischen Christ*innen geben, also kommt vorbei und ab auf die Straße!

18.02.2014 – 19.00h – Filmvorführung/ Dokumentation über fundamentalistische Christ_innen in Deutschland im Café Résistance – SubstAnZ Osnabrück

04.03.2014 – 19.00h – Mobilisierungsveranstaltung gegen den 1000 Kreuze-Marsch am 22.03.2014 in Münster im Café Résistance – SubstAnZ Osnabrück

Jedes Jahr lau­fen fun­da­men­ta­lis­ti­sche Christ*innen durch Müns­ter. Mit wei­ßen Holz­kreu­zen be­waff­net beten sie gegen Schwan­ger­schafts­ab­brü­che, Ver­hü­tung, Sex vor der Ehe, Ho­mo­se­xua­li­tät und wo­ge­gen Men­schen fun­da­men­ta­lis­ti­scher Aus­rich­tung sonst noch so sind. Die­ser von „eu­ro­pro­li­fe“ or­ga­ni­sier­te Ge­bets­zug fin­det die­ses Jahr am 22. März statt. Auf den ers­ten Blick mag der Ge­bets­zug den Ein­druck einer skur­ri­len Ver­an­stal­tung er­we­cken. Die Kreu­ze­trä­ger*innen er­schei­nen man­chen als ge­sell­schaft­lich nicht ernst zu neh­men­de Min­der­heit. Tat­säch­lich ist die Be­we­gung, die hin­ter Ver­an­stal­tun­gen wie „1000 Kreu­ze für das Leben“ steht, aber keine ex­tre­me und iso­lier­te Rand­er­schei­nung, son­dern Teil einer brei­te­ren ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung. Die an­ti­eman­zi­pa­to­ri­schen und re­ak­tio­nä­ren In­hal­te, für die die Kreuz­trä­ger*innen auf die Stra­ße gehen, fin­den sich in ähn­li­cher Weise auch im ge­sell­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Main­stream, in den so­ge­nann­ten bür­ger­li­chen Par­tei­en und zum Teil auch in der ex­tre­men Rech­ten.

22.03.2014 – Demo in Münster gegen den 1000 Kreuze-Marsch

Raise your voice! Your body Your choice – Fe­mi­nis­ti­sche In­hal­te auf die Stra­ße tra­gen
1000-​Kreu­ze-​Mär­sche

Jedes Jahr lau­fen fun­da­men­ta­lis­ti­sche Christ*innen durch Müns­ter. Mit wei­ßen Holz­kreu­zen be­waff­net beten sie gegen Schwan­ger­schafts­ab­brü­che, Ver­hü­tung, Sex vor der Ehe, Ho­mo­se­xua­li­tät und wo­ge­gen Men­schen fun­da­men­ta­lis­ti­scher Aus­rich­tung sonst noch so sind. Die­ser von „eu­ro­pro­li­fe“ or­ga­ni­sier­te Ge­bets­zug fin­det die­ses Jahr am 22. März statt. Auf den ers­ten Blick mag der Ge­bets­zug den Ein­druck einer skur­ri­len Ver­an­stal­tung er­we­cken. Die Kreu­ze­trä­ger*innen er­schei­nen man­chen als ge­sell­schaft­lich nicht ernst zu neh­men­de Min­der­heit. Tat­säch­lich ist die Be­we­gung, die hin­ter Ver­an­stal­tun­gen wie „1000 Kreu­ze für das Leben“ steht, aber keine ex­tre­me und iso­lier­te Rand­er­schei­nung, son­dern Teil einer brei­te­ren ge­sell­schaft­li­chen Ent­wick­lung. Die an­ti­eman­zi­pa­to­ri­schen und re­ak­tio­nä­ren In­hal­te, für die die Kreuz­trä­ger*innen auf die Stra­ße gehen, fin­den sich in ähn­li­cher Weise auch im ge­sell­schaft­li­chen und po­li­ti­schen Main­stream, in den so­ge­nann­ten bür­ger­li­chen Par­tei­en und zum Teil auch in der ex­tre­men Rech­ten.

Seit 2009 or­ga­ni­siert sich des­halb ent­schie­de­ner Wi­der­stand gegen den „1000-​Kreu­ze-​Marsch“. Mit ver­schie­de­nen Ak­ti­ons­for­men wird der Ge­bets­zug kri­tisch und laut­stark be­glei­tet und so ent­schlos­sen gegen die re­ak­tio­nä­re Ideo­lo­gie der Christ*innen pro­tes­tiert. Im letz­ten Jahr gab es erst­mals eine große und kraft­vol­le De­mons­tra­ti­on des Bünd­nis­ses „Gegen 1000 Kreu­ze“, die den In­hal­ten der christ­li­chen Fun­da­men­ta­list*innen ei­ge­ne fe­mi­nis­ti­sche und eman­zi­pa­to­ri­sche Po­si­tio­nen durch An­eig­nung des öf­fent­li­chen Raums ent­ge­gen­set­zen konn­te. Wäh­rend wir im Laufe der Jahre immer mehr wur­den, wur­den die Teil­neh­mer*innen des „Kreu­ze-​Mar­sches“ im Laufe der Jahre immer we­ni­ger. In an­de­ren Städ­ten ver­läuft die Ent­wick­lung al­ler­dings an­ders. In Ber­lin bei­spiels­wei­se neh­men an einem ver­gleich­ba­ren Marsch mitt­ler­wei­le über 2000 Men­schen teil.
Auch des­we­gen ist es nach wie vor wich­tig, nicht nur den Kreu­ze­trä­ger*innen, son­dern allen re­ak­tio­nä­ren Po­si­tio­nen eman­zi­pa­to­ri­sche In­hal­te ent­ge­gen­zu­set­zen.

„My body my choice“ bleibt un­se­re Pa­ro­le!

Im Ge­gen­satz zu den christ­li­chen Fun­da­men­ta­list*innen, die Men­schen in ihren re­pro­duk­ti­ven Rech­ten ein­schrän­ken – ihnen also ver­weh­ren wol­len, über ihren Kör­per, ihre Se­xua­li­tät und ihre ge­schlecht­li­che Iden­ti­tät frei zu ent­schei­den –, for­dern wir das kon­se­quen­te Recht auf Selbst­be­stim­mung in allen Fra­gen zu Kör­per, Ge­schlecht­lich­keit und Re­pro­duk­ti­on. Dazu ge­hört das Recht auf selbst­be­stimm­te Se­xua­li­tät eben­so wie die freie Ent­schei­dung dar­über, (keine) Kin­der zu haben, der Zu­gang zu si­che­ren und be­zahl­ba­ren Ver­hü­tungs­mit­teln sowie das Recht auf me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung und Be­hand­lung. Selbst­be­stim­mung heißt für uns, eine au­to­no­me Ent­schei­dung tref­fen zu kön­nen, und die­ses Recht endet erst dort, wo die Selbst­be­stim­mung einer an­de­ren ei­gen­stän­di­gen Per­son an­fängt. Eine ei­gen­stän­di­ge Per­son ent­steht nicht be­reits im Mo­ment der Be­fruch­tung einer Ei­zel­le.

Auch ge­samt­ge­sell­schaft­lich ist der Be­reich der re­pro­duk­ti­ven Rech­te ein um­kämpf­tes und re­gle­men­tier­tes Ter­rain. Die Ant­wor­ten auf Fra­gen wie „Wer kann/soll/muss/darf in die­ser Ge­sell­schaft Kin­der be­kom­men oder für Kin­der sor­gen? Wel­che Men­schen wer­den in wel­cher Weise in ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung ge­nom­men oder ge­drängt? Wer ver­sucht wie über wes­sen Kör­per zu be­stim­men? Und wel­che Föten sol­len aus­ge­tra­gen wer­den und wel­che nicht?“ spie­geln sich in ge­sell­schaft­li­chen Nor­men wider. Sie schla­gen sich in fa­mi­li­en-​, ge­sund­heits-​ und so­zi­al­po­li­ti­schen Maß­nah­men wie Be­treu­ungs­geld, El­tern­geld, Ad­op­ti­ons­recht (als he­te­ro­se­xu­el­les Pri­vi­leg), (Nicht-​)Fi­nan­zie­rung von Ver­hü­tungs­mit­teln und dem er­schwer­ten Zu­gang zu Schwan­ger­schafts­ab­brü­chen nie­der.

Der staat­li­che Ein­griff in die re­pro­duk­ti­ven Rech­te der*des Ein­zel­nen zeigt sich zum Bei­spiel im ge­setz­li­chen Um­gang mit Ver­hü­tungs­mit­teln. Als eines der letz­ten eu­ro­päi­schen Län­der sperrt sich Deutsch­land gegen die Auf­he­bung der Re­zept­pflicht für die „Pille da­nach“. Wer das Me­di­ka­ment be­nö­tigt, muss zu einem*r Ärzt*in bzw. einem Kran­ken­haus Kon­takt auf­neh­men und kann dort, je nach kon­fes­sio­nel­ler Aus­rich­tung der Ein­rich­tung, ab­ge­wie­sen wer­den. Der Bun­des­rat hat im No­vem­ber die Re­zept­frei­heit der „Pille da­nach“ be­schlos­sen. Es fehlt al­ler­dings bis­her die Zu­stim­mung der Re­gie­rung, die wei­ter­hin an der CDU/CSU schei­tert. Re­li­giö­se Fun­da­men­ta­list*innen leh­nen die „Pille da­nach“ grund­sätz­lich ab, weil es für sie be­reits Mord ist, wenn das Ein­nis­ten einer be­fruch­te­ten Ei­zel­le ver­hin­dert wird.

(Fun­da­men­ta­lis­ti­sche) Christ*innen ver­su­chen nicht nur durch „1000-​Kreu­ze-​Mär­sche“, an­de­ren ihre Mo­ral­vor­stel­lun­gen auf­zu­zwin­gen. Im Rah­men von so­ge­nann­ten Geh­steig­be­ra­tun­gen be­läs­ti­gen sie au­ßer­dem Schwan­ge­re und Ärzt*innen vor Kli­ni­ken mit Hor­ror­ge­schich­ten über Schwan­ger­schafts­ab­brü­che und deren ver­meint­li­che Fol­gen.
Da­ne­ben gibt es zu­neh­mend ak­ti­ve Lob­by­ar­beit in Po­li­tik und Ge­sell­schaft. Immer mehr Be­ra­tungs­stel­len zum Thema Schwan­ger­schafts­ab­bruch sind in christ­li­cher Trä­ger­schaft. Diese geben vor, er­geb­nis­of­fen zu be­ra­ten. Bei Be­trach­tung ihrer Home­pages oder dem Be­such in den Be­ra­tungs­ein­rich­tun­gen wird aber schnell deut­lich, dass die meis­ten alles dafür tun, dass Schwan­ge­re keine Ab­brü­che vor­neh­men und alle Föten aus­ge­tra­gen wer­den.

Glei­che Schei­ße, an­de­res Eti­kett

Je nach Ideo­lo­gie und Welt­an­schau­ung wer­den An­grif­fe auf die re­pro­duk­ti­ve Selbst­be­stim­mung der*des Ein­zel­nen un­ter­schied­lich be­grün­det. Christ­li­che Fun­da­men­ta­list*innen und selbst­er­nann­te Le­bens­schüt­zer*innen ord­nen – ent­spre­chend ihrem re­li­giö­sen Ko­or­di­na­ten­sys­tem – das Selbst­be­stim­mungs­recht der Ge­bä­ren­den dem „Recht jedes un­ge­bo­re­nen Le­bens“ und dem ver­meint­li­chen „Wil­len Got­tes“ unter. Rechts­po­pu­list*innen wie Thilo Sar­ra­zin oder Eva Her­man be­mü­hen sich im na­tio­na­lis­tisch-​eli­tä­ren In­ter­es­se vor allem um die Föten deut­scher (Bil­dungs-​)Eli­ten, wäh­rend die ex­tre­me Rech­te ihre Re­pro­duk­ti­ons­po­li­tik am ras­sis­ti­schen Ideal eines „ge­sun­den und rein­ras­si­gen Volks­kör­pers“ ori­en­tiert. Aber auch in den De­bat­ten der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft jen­seits von Sar­ra­zin und Co. ste­hen hin­ter der Frage da­nach, wel­che Kin­der er­wünscht sind und wel­che nicht, ge­sell­schafts­po­li­ti­sche In­ter­es­sen und Vor­stel­lun­gen, die zur Re­gle­men­tie­rung der re­pro­duk­ti­ven Rech­te der*des Ein­zel­nen füh­ren.

Wie hoch das ge­sell­schaft­li­che Be­dürf­nis nach „ge­sun­den“/der Norm ent­spre­chen­den Föten und Kin­dern ist, zeigt sich be­son­ders deut­lich in der ak­tu­el­len me­di­zi­ni­schen For­schung und Pra­xis. Die Deu­tungs­ho­heit über re­pro­duk­ti­ve Fra­gen und dar­über, was als ein „le­bens­wer­tes“ Leben an­ge­se­hen wird, wurde wei­test­ge­hend in die­sen me­di­zi­ni­schen Be­reich ver­la­gert. Statt die ge­sell­schaft­li­chen, so­zia­len und le­bens­prak­ti­schen Be­din­gun­gen für Men­schen, die nach me­di­zi­ni­schen Maß­stä­ben von der Norm ab­wei­chen, zu ver­bes­sern, wer­den immer neue Me­tho­den der prä­na­ta­len Dia­gnos­tik ent­wi­ckelt, um so be­ein­flus­sen zu kön­nen, wel­che Föten über­haupt aus­ge­tra­gen wer­den. Der Druck von Sei­ten der Me­di­zin und Ge­sell­schaft auf Schwan­ge­re, ein ver­meint­lich be­hin­der­tes Kind nicht aus­zu­tra­gen, ist hoch. Auch hier wird Schwan­ge­ren das Recht auf Selbst­be­stim­mung und die Mög­lich­keit einer wirk­lich frei­en Ent­schei­dung ohne Zwän­ge, Zeit- und Fi­nanz­druck er­schwert. Und hier zei­gen sich die Wi­der­sprü­che be­son­ders deut­lich: Sind Schwan­ger­schafts­ab­brü­che ge­sell­schaft­lich immer noch eher ver­ur­teilt als ak­zep­tiert und il­le­gal (trotz Aus­set­zung der Straf­bar­keit bis zur 12ten Woche), so wer­den sie, wenn ver­mu­tet wird, dass der Fötus nicht der Norm ent­spricht, auf ein­mal legal.
Zu den so­ge­nann­ten me­di­zi­ni­schen In­di­ka­tio­nen zählt auch die Dia­gno­se „Tri­so­mie 21“, mit der die Wahr­schein­lich­keit recht hoch ist, dass der Fötus mit dem so­ge­nann­ten Down-​Syn­drom zur Welt kommt. Aus der Per­spek­ti­ve der Schwan­ge­ren mit einer sol­chen Dia­gno­se ent­steht ein gro­ßer Druck, die Schwan­ger­schaft ab­zu­bre­chen. Aus der Per­spek­ti­ve der Men­schen mit Tri­so­mie 21 wird durch die­sen ge­sell­schaft­li­chen Druck der Ein­druck ver­mit­telt, dass es sie ei­gent­lich gar nicht geben soll­te. Auch bei der Wahr­schein­lich­keit von Zwi­schen­ge­schlecht­lich­keit raten ei­ni­ge Ärzt*innen zu einem Ab­bruch. Ge­wünscht sind le­dig­lich Babys ohne Ab­wei­chun­gen von zen­tra­len ge­sell­schaft­li­chen Nor­men.

„Keim­zel­le der Na­ti­on“

Auch in den De­bat­ten um „de­mo­gra­phi­schen Wan­del“ und „al­tern­de Ge­sell­schaft“ zeigt sich deut­lich, dass alle Ent­schei­dun­gen rund um das Thema „(Nicht-​)Ge­bä­ren und (Nicht-​)Be­treu­en von Kin­dern“ kei­nes­wegs dem*der Ein­zel­nen über­las­sen sind. Im Ge­gen­teil wird das Thema „(keine) Kin­der“ un­mit­tel­bar mit der Frage nach dem Fort­be­stand der Na­ti­on, der Ab­si­che­rung des ge­sell­schaft­li­chen Wohl­stands und der Auf­recht­er­hal­tung des so­zia­len Frie­dens ver­knüpft und damit im schlech­tes­ten Sinne des Wor­tes zu einer Ge­mein­schafts­auf­ga­be er­klärt. Ein Er­geb­nis die­ses Pro­zes­ses sind fa­mi­li­en-​ und so­zi­al­po­li­ti­sche Steue­rungs­maß­nah­men, die vor allem auf eines zie­len: Gut aus­ge­bil­de­te und gut ver­die­nen­de Men­schen sol­len in he­te­ro­se­xu­el­len Part­ner­schaf­ten ge­sun­de Kin­der ge­bä­ren und diese zu pro­duk­ti­ven, also ver­wert­ba­ren Mit­glie­dern der Ge­sell­schaft er­zie­hen.

Ob­wohl die Rea­li­tä­ten an­ders aus­se­hen, wird die he­te­ro­se­xu­el­le Klein­fa­mi­lie damit als „Keim­zel­le der Ge­sell­schaft“ und al­lein an­zu­stre­ben­des Ideal auf­recht­er­hal­ten. Dabei soll­te nicht ver­ges­sen wer­den, dass die bür­ger­li­che Klein­fa­mi­lie als Ideal erst im Ka­pi­ta­lis­mus im Zuge der Ver­ein­zelung und der Aus­la­ge­rung der Ar­beits­stät­ten auf­kam. Die he­te­ro­se­xu­el­le Klein­fa­mi­lie gilt nach wie vor als Fun­da­ment des Staa­tes und als ge­sell­schaft­li­ches Ideal. Allen, die die­sem Ideal nicht hin­ter­her­he­cheln, soll die Ent­schei­dung „Kin­der oder keine“ ab­ge­nom­men wer­den. Dies be­trifft ins­be­son­de­re ho­mo­se­xu­el­le und tran­s­iden­te Men­schen, die in die­ser Frage auch recht­lich be­nach­tei­ligt wer­den. Trotz aller li­be­ra­len Lip­pen­be­kennt­nis­se zeigt sich in die­ser Dis­kri­mi­nie­rungs­pra­xis auch die ge­sell­schaft­li­che Macht der Angst vor Ho­mo­se­xua­li­tät und Tran­s­iden­ti­tät. Die Feind­schaft gegen ho­mo­se­xu­el­le und tran­s­iden­te Men­schen er­hält damit per­ma­nent Nähr­bo­den.

8. März – In­ter­na­tio­na­ler Frau­en­kampf­tag

Zum Zeit­punkt des Auf­ruf­s­chrei­bens sind wir davon aus­ge­gan­gen, dass der Marsch die­ses Jahr am 8. März statt­fin­det. Ist jetzt aber am 22.

Ver­mut­lich zie­hen die fun­da­men­ta­lis­ti­schen Christ*innen mit ihren re­ak­tio­nä­ren In­hal­ten aus­ge­rech­net am 8. März, dem in­ter­na­tio­na­len Frau­en­kampf­tag, durch Müns­ter (unser Kennt­nis­stand zum Zeit­punkt des Auf­ruf­s­chrei­bens). Für viele von uns hat die­ser Tag nach wie vor eine große Be­deu­tung, denn seit An­fang des 20. Jahr­hun­derts wer­den am 8. März in vie­len Län­dern die­ser Welt For­de­run­gen nach einem bes­se­ren Leben jen­seits pa­tri­ar­cha­ler und ka­pi­ta­lis­ti­scher Struk­tu­ren auf die Stra­ße ge­tra­gen. Auch wenn für uns die Ka­te­go­rie Frau nicht (mehr) der we­sent­li­che Be­zugs­punkt für un­se­ren Kampf um Be­frei­ung ist und wir es für wich­tig hal­ten, die Ver­schrän­kung und Wir­kung ver­schie­de­ner Dis­kri­mi­nie­rungs­struk­tu­ren (Se­xis­mus, Ras­sis­mus …) zu be­grei­fen, be­zie­hen wir uns den­noch nach wie vor auf die­sen Frau­en­kampf­tag. Dabei geht es uns nicht nur darum, aus einer Not­wen­dig­keit her­aus die­sen Tag mit fe­mi­nis­ti­schen In­hal­ten zu be­set­zen. Viel­mehr wol­len wir sicht­bar ma­chen, dass das Fest­hal­ten an pa­tri­ar­cha­len und ka­pi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nis­sen auch heute noch dazu führt, dass alle Men­schen, die die­sen An­for­de­run­gen nicht ent­spre­chen oder wi­der­spre­chen, den un­ter­schied­lichs­ten For­men von Dis­kri­mi­nie­run­gen aus­ge­setzt sind. Diese ge­sell­schaft­li­chen Dis­kri­mi­nie­run­gen tref­fen nicht nur Frau­en, son­dern u. a. auch Les­ben-​Trans*-​In­ter und all jene, die jen­seits von Gen­der-​Ka­te­go­ri­en ihr Leben ge­stal­ten wol­len. Ohne die Kämp­fe der Frau­en­be­we­gun­gen wären die Le­bens­be­din­gun­gen für Frau­en­Les­benIn­ter­Trans* welt­weit noch schlech­ter, als sie es oh­ne­hin immer noch sind.

What so­lu­ti­on? Re­vo­lu­ti­on!

Vie­les von dem, was der Ka­pi­ta­lis­mus an Zer­stö­run­gen und Ver­ro­hun­gen her­vor­bringt, kri­ti­sie­ren auch die fun­da­men­ta­lis­ti­schen Christ*innen, die jedes Jahr in Müns­ter auf­mar­schie­ren. Auch wenn die Kri­tik an man­chen Punk­ten auf Miss­stän­de zielt, die auch wir kri­ti­sie­ren, wie zum Bei­spiel die Be­wer­tung von Men­schen auf­grund von ka­pi­ta­lis­ti­schen Ver­wer­tungs­in­ter­es­sen, so sind so­wohl die Grund­la­gen un­se­rer Kri­tik als auch die Uto­pi­en, die wir an­stre­ben, grund­le­gend ver­schie­den von denen der Christ*innen: Ein ent­schei­den­der Be­stand­teil von Re­li­gio­nen und Staa­ten ist, dass sie au­to­ri­tär und re­pres­siv, durch Angst-​ und Straf­an­dro­hun­gen funk­tio­nie­ren. Wir aber wol­len keine Len­kung durch einen ver­meint­lich bes­se­ren Staat, keine mo­ra­li­sche oder in­sti­tu­tio­nel­le Füh­rung durch ver­meint­lich gött­li­che Vor­se­hung, Re­li­gi­on oder Kir­che. Wir kämp­fen für eine herr­schafts­freie Ge­sell­schaft mit Men­schen, die selbst­be­stimmt und so­li­da­risch mit­ein­an­der leben und han­deln kön­nen.

Kein Gott, kein Staat, kein Pa­tri­ar­chat!

Raise your voice! Your body your choice!

Kommt zur Demo nach Müns­ter am 22. März 2014 . 11 Uhr am Bre­mer Platz (Hin­ter­aus­gang Haupt­bahn­hof)

Fe­mi­nis­ti­sche In­hal­te auf die Stra­ße tra­gen! Für ein selbst­be­stimm­tes Leben und eine herr­schafts­freie Ge­sell­schaft!

weitere Infos unter http://gegen1000kreuze.blogsport.de/

Café Résistance spécial mit „Früchte des Zorns“ am 24.09. / 19.30h

Café Klatsch

Heute Abend findet ab 19 Uhr wieder das Café Klatsch im Rahmen des Café Résistance im SubstAnZ statt!

Alternatives Gedenken zum 9. November

Freitag, 9. November 2012
Kundgebung am Jürgensort (L+T, Fußgängerzone), 17.30 Uhr

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es in ganz Deutschland und Österreich zu Pogromen gegen Jüd_innen. Mehr als vierhundert Menschen wurden in der Nacht getötet oder in den Selbstmord getrieben.
Viele weitere sahen sich Misshandlungen, Angst und Schrecken ausgesetzt.
Mehrere hundert jüdische Gotteshäuser und unzählige Geschäfte wurden zerstört, zahlreiche Wohnungen jüdischer Menschen gestürmt und verwüstet. Auch in Osnabrück wurden Menschen Opfer dieser Pogrome. Über hundert jüdische Menschen wurden festgenommen und die Alte Synagoge in Brand gesteckt. Dies alles geschah unter den Augen der deutschen Bevölkerung. Polizei und Feuerwehr griffen nur ein, sobald nichtjüdische Häuser oder Einrichtungen in Gefahr waren.

Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wird auch in der heutigen Zeit noch „Reichskristallnacht“ genannt. Diese Bezeichnung ist vor dem Hintergrund der tatsächlich geschehenen Ereignisse, wie Mord und Misshandlung, mehr als nur relativierend, da nicht nur Fensterscheiben Opfer von Gewalt wurden. Auch kann nicht bloß von einer Nacht gesprochen werden, denn bereits in den Tagen zuvor kam es in einigen Städten und Gemeinden in Deutschland zu antisemitischen Übergriffen und Gewalttaten gegen Jüd_innen. Ab dem 10. November deportierten Gestapo und SS im Zusammenhang mit den Novemberpogromen im ganzen Land ca. 30.000 Menschen in Konzentrationslager.

Die Geschehnisse im November 1938 waren der Übergang von alltäglichen Anfeindungen und gesellschaftlich anerkanntem Antisemitismus zur gezielten Verfolgung und millionenfachen Mord an Jüd_innen in ganz Europa.

Deshalb gedenken an diesem Tag in vielen Städten in ganz Deutschland Politiker_innen, Bürger_ innen und Vertreter_innen verschiedenster Organisationen bis hin zur deutschen Polizei den jüdischen Opfern dieser Pogrome und des gesamten Holocausts.

Dass eine staatliche Institution wie die Polizei, welche bei den Pogromen 1938 und darüber hinaus die Ereignisse zumindest
stillschweigend akzeptiert hat oder sogar aktiv daran beteiligt war und auch heute noch durch Verstrickungen mit Faschist_innen auffällt, sich an den Gedenken beteiligt und bis heute nichts aus ihrer Geschichte gelernt hat, können wir nicht akzeptieren.

Auch die mangelnde bzw. nicht vorhandene Strafverfolgung der Täter_innen durch die Justizorgane der BRD lassen uns an einer angemessenen Auseinandersetzung mit der Geschichte zweifeln. Heute noch werden Menschen Opfer von rechter Gewalt und rassistischen Übergriffen. Auch hier scheinen Polizei, Justiz und Verfassungsschutz nach wie vor auf dem rechten Auge blind zu sein oder decken und unterstützen die Täter_innen sogar.

Aus diesen Gründen beteiligen wir uns nicht an dem von der Stadt Osnabrück organisierten Gedenken, sondern möchten unabhängig der vielen bekannten und unbekannten Menschen, die zu Opfern der nationalsozialistischen Ideologie wurden, gedenken, erinnern und mahnen, auf dass sich die Gräueltaten nie wiederholen.

Nie wieder Faschismus!

Bündnis für ein alternatives Gedenken zum 9. November (2012)