Archiv der Kategorie 'Antisexismus'

Gegen 1000 Kreuze … für ein selbstbestimmtes Leben


--- 1000Kreu­ze Marsch wird auch die­ses Jahr nicht un­be­hel­ligt durch die Stadt zie­hen kön­nen ---
Am Mon­tag ver­öf­fent­lich­te Eu­ro­Pro­Li­fe den 12.​03.​2011 als Ter­min für den dies­jäh­ri­gen 1000 Kreu­ze Marsch in Müns­ter.
Das Bünd­nis „Gegen 1000 Kreu­ze“ re­agier­te so­fort und kün­dig­te unter dem Motto „Fun­da­men­ta­lis­ti­sche Chris­t_in­nen ‚ab­schir­men‘ – Krea­ti­ve Stör­ak­tio­nen gegen den 1000Kreu­ze Marsch“ Pro­tes­te an.

Seit 2006 fin­det der Marsch von Eu­ro­Pro­Li­fe neben Mün­chen und Fulda u.a. auch in Müns­ter statt.
Be­reits 2009 und 2010 tra­fen die Kreuz­trä­ger_in­nen auf Pro­tes­tie­ren­de die laut ihren Unmut gegen das von ihnen ge­for­der­te kom­plet­te Ver­bot von Schwan­ger­schats­ab­brü­chen deut­lich mach­ten. „Eu­ro­Pro­Li­fe geht es nicht nur um Schwan­ger­schafts­ab­brü­che, sie sehen auch Ver­hü­tung und Ho­mo­se­xua­li­tät und jedes an­de­re von ihrer Norm ab­wei­chen­de Ver­hal­ten als nicht mit der Bibel ver­ein­bar und daher be­kämp­fens­wert an. Diese mit­tel­al­ter­li­chen Po­si­tio­nen ge­hö­ren in den Ge­schichts­un­ter­richt, aber nicht auf die Stra­ße,“ so Rita Tramm, Spre­che­rin des Bünd­nis­ses.
Immer wie­der lockt die als Pro­zes­si­on (Ge­bets­zug) ge­tarn­te De­mons­tra­ti­on auch Neo­na­zis an. 2010 nahm bei­spiels­wei­se der da­ma­li­ge Be­zirks­be­auf­trag­te der JN (Jun­gen Na­tio­nal­de­mo­kra­ten) des Müns­ter­lan­des Mar­cel Hues­mann mit sei­nen Ka­me­ra­den teil. Tramm: „Ver­wun­der­lich ist die Be­tei­li­gung von Neo­na­zis nur auf den ers­ten Blick, sind doch die Avan­cen nach rechts außen sei­tens der selbst­er­nann­ten ‚Le­bens­schüt­zer‘ ziem­lich deut­lich. So­wohl in ihrer sehr ri­gi­den Se­xu­al­mo­ral, als auch in ihrem sehr kon­ser­va­ti­ven Rol­len­ver­ständ­nis.“ Auch per­so­nell gibt es durch­aus An­knüp­fungs­punk­te. 2009 war Klaus Gün­ter Annen ein will­kom­me­ner Gast von An­mel­der Wolf­gang He­ring und Co. Annen ist seit Jah­ren be­kannt für seine An­ti-​Ab­trei­bungs-​Pro­tes­te vor Kli­ni­ken. Er er­hielt meh­re­re An­zei­gen wegen Be­lei­di­gung, weil er Ärz­ten und Frau­en vor­wirft sich am „Ba­by­caust“ zu be­tei­li­gen. Auf der gleich­na­mi­gen Home­page (Babycaust.​de) stellt er her­aus, dass er Ab­trei­bun­gen für die „Stei­ge­rungs­form der grau­sa­men Ver­bre­chen“ des Ho­lo­causts hält. Er schreibt unter an­de­rem für kreuz.​net – ein Opus Dei na­he­ste­hen­des On­lin­e­por­tal – und die rech­te Wo­chen­zei­tung Junge Frei­heit. Auch Fe­li­zi­tas Küble, Lei­te­rin des Chris­to­phe­rus­wer­kes Müns­ter und ehe­ma­li­ge Be­trei­be­rin des fun­da­men­ta­lis­ti­schen, eben­falls in Müns­ter an­säs­si­gen „Komm-​Mit Ver­la­ges“, jähr­li­che Teil­neh­me­rin des 1000Kreu­ze Mar­sches, ist Au­to­rin der JF.

Die Pro­tes­te der letz­ten Jahre schei­nen Wir­kung zu zei­gen. So dis­tan­zier­te sich das Bis­tum Müns­ter nach einem Of­fe­nen Brief des Bünd­nis­ses von den“Le­bens­schüt­zern“, be­zeich­ne­te sie als „Kampf­trup­pe am äu­ßers­ten Rand der Kir­che“ und lehn­te es ab die Ae­gi­di­i­kir­che für einen Got­tes­dienst der Fun­da­men­ta­lis­t_in­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len. (MZ vom 12.​03.​2010)
Auch die Teil­neh­mer_in­nen­zahl des 1000Kreu­ze Mar­sches hat sich 2010 im Ver­gleich zum Vor­jahr fast hal­biert. Den Pro­tes­tie­ren­den ist das noch nicht genug, sie wer­den auch die­ses Jahr auf die Stra­ße gehen um für das Recht auf Selbst­be­stim­mung zu de­mons­trie­ren.

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NACHTRAG:

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Am Samstag, den 12. März fand erneut ein so gennanter 1000-Kreuze-Marsch statt. Jedes Frühjahr versammeln sich AbtreibungsgegnerInnen und christliche FundamentalistInnen in Münster und ziehen mit einem Gebetszug durch die Stadt. In den vergangenen 3 Jahren gab es immer viel Protest. Auch gestern wieder. So konnten die ca. 140 FundamentalistInnen erst nach erheblicher Wartezeit loslaufen. Sie waren umringt von linken GegendemonstrantInnen.
Dem Motto „Fundamentalist_innen abschirmen“ waren viele gefolgt, die mit beschrifteten Regenschirmen und kreativ gestalteten Transparenten und Pappen ihren Unmut ausdrückten. Es flog jede Menge Konfetti und laute Parolen und Hohngesänge schallten über den Kirchplatz.

Als der Zug dann mit Verspätung loslaufen konnte, waren immer noch an die 100 GegendemonstrantInnen an der Strecke, die ein Gegenbild zu dem frauen- und homosexuellenfeindlichen „Gebetsmarsch“ bildeten.

Die Polizei teilte mit, dass sie gegen 105 Personen wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz ermittele. Drei Personen sollen angeblich Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte begangen haben.
Antifaschistische Linke Münster
Indymedia
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Wieder ein schlechter Verlierer

Am gestrigen Abend, den 07. Juli, nachdem die deutsche Fußballnationalelf der Männer der spanischen 0:1 unterlag, kam es am Osnabrücker Neumarkt zu den erwarteten Ausfällen sogenannter Schland-Fans.

Unmittelbar nach Abpfiff feierten rund 100 Fans der spanischen Nationalmannschaft auf dem Neumarkt den Finaleinzug.
Zugleich fanden sich jedoch auch Teile der rechtsoffenen bis extrem rechten Osnabrücker Szene dort ein.
Diese fielen durch ein sehr aggressives Verhalten auf, so kam es zu rassistischen, sexistischen, neonazistischen und transphoben Beleidigungen und Übergriffen
Dies äußerte sich u.a. durch das offene Tragen von T-Shirts der Nazibands Sleipnir und Landser sowie durch das Rufen von Parolen wie „Frei, sozial und national“, „Heil Hitler“ und durch Sprüche wie „Scheiß Spanier, verpisst euch“, „Ihr schwulen Spanier“ und „Komm, wir hauen den Spaniern aufs Maul“.
Ein Höhepunkt dieser menschlichen Inkompetenz war der tätliche Angriff auf einen transsexuellen Menschen, welchem nach vorhergegangen Belästigungen ein Tritt gegen die Beine verpasst wurde. Die hohe Anzahl von Einsatzkräften der Polizei führte zu keinem Schutz des Opfers. Zudem wurden vermeintliche Antifaschist_innen als solche, in Verbindung mit massiven Beleidigungen, betitelt und ebenfalls körperlich angegangen.
Abseits des Getümmels kam es in der Johannisstraße/Seminarstraße, nahe der Kneipe „Johannisbeere“, welche in der Vergangenheit als beliebter Treffpunkt der lokalen Hooligan- und Naziszene genutzt wurde, zu Auseinandersetzungen, ausgehend von Osnabrücker Nazis und Hooligans. Diese Gruppe lieferte sich in Folge dessen Verfolgungsjagden mit den anwesenden Polizeikräften.

Erneut zeigt sich in Osnabrück, dasz der vermeintlich „gesunde“ Fußballpartyotismus und das Abfeiern des deutschen Staates untrennbar mit nationalistischen Auswüchsen verknüpft ist, was Ausgrenzung und Angriffe auf Menschen, die nicht in das deutsche Weltbild passen, zur Folge hat.