Vorstellung vom Antifa Work Camp

Jedes Jahr am ersten Septemberwochenende findet in Stukenbrock Senne das Antifa Work Camp statt. Dort war, während des NS, ein Strafgefangenenlager für vor allem sowjetische Kriegsgefangene.
Im Café Résistance am 18.08.15 wird ein Genosse des Arbeitskreises vom Antifa Work Camp über das Camp, seine Geschichte das diesjährige Programm usw. berichten. Die Veranstaltung beginnt um 19:00h. Anschließend ist Café Klatsch (offenes Antifa-Plenum).
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Im Folgenden dokumentieren wir den Vorstellungstext vom Antifa Work Camp:
An der Bundesstraße 68 zwischen Bielefeld und Paderborn, in der Nähe der Gemeinde Stukenbrock, macht ein kleines Hinweisschild auf eine in der Senne befindliche „Kriegsgräberstätte“ aufmerksam. Es handelt sich jedoch nicht um „Kriegsgräber“ im eigentlichen Sinne, sondern um einen Friedhof, auf dem Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die Rede ist von dem ehemaligen Strafgefangenenlager Stalag 326 (VI/K) „Forrelkrug“, in dem ca. 65.000, vorwiegend russische, Kriegsgefangene unter menschenverachtenden Bedingungen zu Tode gequält worden sind.

Zum Gedenken der Toten und aus den Lehren, die aus dem Nationalsozialismus und den Ablegern dieser Ideologie finden sich bereits seit über 35 Jahren AntifaschistInnen anlässlich des internationalen Kriegstages am 01. September auf dem Friedhof des Stalag ein.

Die Geschichte des Stalags in Stukenbrock-Senne ist Teil einer deutschen Verganenheit, deren „Entsorgung“ in Wissenschaft und öffentlicher Meinung der Bundesrebublik immer noch oder auf´s neue versucht wird; jeder Einblick in die wirklichen Verhältnisse dieses Lagers lässt aber auf exemplarische Weise die menschenverachtende und menschenvernichtende Praxis des Nationalsozialismus erkennen.

Bereits seit vielen Jahren veranstaltet das „Antifaschistische Kreisplenum Gütersloh“ das Camp, welches ursprünglich von der SDAJ und Gewerkschaftsorganisationen aufgrund von Friedhofsschändungen in der Nacht zum Antikriegstag ins Leben gerufen worden ist. Mahnwachen folgten danach jedes Jahr in dieser Nacht auf dem Friedhof, woraus schließlich die Tradition des Camps entstanden ist.

Dieses Jahr steht das Camp unter keinem speziellen Oberthema. Wir hoffen dadurch, eine größere Vielfalt der Abendveranstaltungen und Arbeitsgruppen erreichen zu können. Neben den AGs die bereits feststehen, sollen sich auf dem Camp interessierte Menschen zu weiteren AGs zusammenfinden können.

Weil wir das Camp bundesweit bewerben, können wir die TeilnehmerInnenzahl überhaupt nicht abschätzen. Darum müssen Zelte und Geschirr mitgebracht werden. Wer am Freitag abend grillen möchte, sollte sich das Essen dafür selber mitbringen. Zur Finanzierung müssen wir einen Kostenbeitrag von 10 – 20 Euro für das Wochenende erheben. Getränke werden zum Selbstkostenpreis verkauft. Bitte meldet euch hier für das Camp an. Für die Verpflegung und andere organsiatorische Dinge müssen wir wissen, mit wieviel Personen wir in etwa rechnen können.