Fight Fortress Europe! Still not loving the EU

Redebeitrag der Jugendantifa Kreis Osnabrück, gehalten auf der Demonstration „1000 Tote in 5 Tagen“ am 25.04.15 in Osnabrück.

Fight fortress Europe! Still not loving the EU!

Vor wenigen Tagen wurde wieder ein trauriger Höhepunkt der europäischen Flüchtlingspolitik erreicht. Über 900 Menschen ertranken im Mittelmeer.
Nun bekunden wieder Politiker_innen Betroffenheit und sog. Besserung der EU-Grenzsicherung. Wer sich noch an die Toten von Lampedusa erinnert merkt wie viel dahinter steckt. Gleichzeitig wird die Verantwortung auf die sog. Schlepperbanden übertragen und das Gewissen so gereinigt. Zu den Zeiten der DDR noch Fluchthelfer_innen und Helden_innen, werden sie heute verteufelt und zu Täter_innen gemacht. Natürlich gibt es Arschlöcher unter diesen Fluchthelfer_innen und es ist für die Geflüchteten beschissen dafür Geld zu bezahlen. Wer allerdings die Festung Europa immer weiter hochrüstet und damit immer mehr Tote verursacht, treibt auch den Preis in die Höhe. Außerdem scheint es paradox in einer kapitalistischen Welt einer Personengruppe vorzuwerfen, sie würde Geld für Dienstleistungen nehmen. Grund für das Sterben sind eben nicht die Fluchthelfer_innen, sondern das militärische Abschotten Europas.
Die Festung Europa ist ein Symbol für eine Wirtschaft und Weltordnung, die über Leichen geht: Den Kapitalismus. Alle Menschen müssen sich der kapitalistischen Verwertungslogik unterwerfen. Den Laden am Laufen halten tut der Staat. Wer ihm ökonomisch nichts nützt darf auch nicht hinein.
Wer nun dafür wirbt, dass Geflüchtete schon in Nordafrika ihre Asylanträge stellen sollen, der vergisst wen und warum der Staat Geflüchtete hineinlässt bzw. die meisten draußen lassen will und das Menschen nicht ohne Grund fliehen. Sie hoffen auf ein besseres Leben oder zumindest am Leben zu bleiben. Die Fluchtursachen sind kein Zufall, da sie das Ergebnis eben dieser postkolonialen Weltordnung und des Kapitalismus sind. Immer mehr Rohstoffe werden abgebaut und immer mehr Menschen in den Ruin getrieben. Grund dafür sind nicht einzelne Akteure, sondern die Logik eben dieses Wirtschaftssystems, auf immer mehr Wachstum angewiesen zu sein.
Der Kampf gegen Abschiebungen und das Massensterben im Mittelmeer ist also auch ein Kampf gegen die kapitalistische Ordnung.
Diejenigen, denen die Einreise gelingt, werden hier von der Ausländerbehörde, von der Polizei und nicht zuletzt von weiten Teilen der Bevölkerung bedroht, drangsaliert und erniedrigt. So steigen die Zahlen von Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte immer weiter an und eine Asylgesetzverschärfung steht vor der Tür. Anstatt sich mit denen zu solidarisieren, denen es noch beschissener geht, wird ständig nach unten getreten. Viele tun dies weil sie sich in ihrer Existenz bedroht sehen oder aus nationalistischen Gründen. Aber Kapital, Staat und Nation sind für niemanden gut. Es geht in dieser Gesellschaft eben nicht um Bedürfnisbefriedigung, sondern um Profitmaximierung.
Aber was tun?!
Die Revolution wird nicht morgen kommen das steht wohl fest. Weiterhin fest steht aber auch, dass wir weder auf sie warten werden, noch zusehen werden, wie immer mehr Menschen ertrinken und abgeschoben werden.
Wir können jetzt und hier Geflüchtete unterstützen, sie verstecken, weiter Abschiebungen verhindern und die Ausländerbehörde, Frontex und andere Schweine bei ihrer Arbeit mit allen Mitteln stören. Außerdem muss rassistischen Mobilisierungen wie PeGiDa entgegengetreten werden. Damit dies langfristig Erfolg haben kann, muss Menschen erklärt werden dass diese Ordnung eine menschenunwürdige ist. Antifa und Antirassismus, sowie die soziale Frage gehören zusammen!
Anders gesagt: Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist! Karl Marx.

Die Festung Europa einreißen!
Rassismus bekämpfen!
Kapitalismus abschaffen!