Vortrag: Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus – Zur Kritik linker Menschenbilder



Vortrag und Beratung mit Dr. Alexander Neupert

Am 22.09 wird es einen, von uns organisierten Vortrag zum Thema: „Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus – Zur Kritik linker Menschenbilder“ im SubstAnZ geben. Beginnen wird die Veranstaltung um 19:00h.

Die Frage nach Staatlichkeit ist ein Dauerbrenner sozialistischer Debatten. Sowohl die marxistischen als auch die anarchistischen Theorien des 19. Jahrhunderts sind in der revolutionären Praxis des 20. Jahrhunderts gescheitert. Weder ist es den Kommunist*innen in der Russischen Revolution gelungen eine Gesellschaft zu schaffen, die zum „Absterben“ des Staates führt, noch ist es den Anarchist*innen in der Spanischen Revolution gelungen, die „Abschaffung“ des Staates durchzusetzen. Angesichts ihrer Feinde hielt die kommunistische Partei den Staatsapparat aufrecht, die anarchistische Gewerkschaft beteiligte sich an der Staatsregierung der Republik. Der Kommunismus als staaten- und klassenlose Gesellschaft blieb eine Utopie. Diese wird leicht zur Ideologie, wenn die Möglichkeit ihrer Umsetzung undiskutiert bleibt.

Marxist*innen und Anarchist*innen halten bis heute stur an Menschenbildern fest, die auf Erfahrungen des 19. Jahrhunderts basieren. Das objektive „Klasseninteresse“ (Marx) oder die Gesellschaft als „natürliche Existenzweise“ (Bakunin) gelten, unbeirrt durch Erfahrung, als Grundlage für den Bruch mit dem Staat des Kapitals. Im Vortrag wird dargestellt werden, auf welcher Grundlage die marxistischen und anarchistischen Menschenbilder im 19. Jahrhundert entstehen, wie sie Revolutionen im 20. Jahrhundert beeinflussten und uns im 21. Jahrhundert als Ideologien im Weg stehen, die eine sozialistische Staatskritik auf der Höhe der Zeit unmöglich machen. Die Kritik des linken Optimismus, ob er auf den Menschen als Gesellschafts- oder Naturwesen setzt, ist Beratungen über emanzipatorische Perspektiven vorausgesetzt.