Mobi-Veranstaltung gegen den Naziaufmarsch in Dortmund

Am 1. Mai wollen Nazis in Dortmund aufmarschieren. Dies gilt es zu verhindern!
Hierzu wird es im Café Résistance am 15.4 um 19h eine Mobi Veranstaltung mit Genoss_innen aus Dortmund geben.
Also kommt alle vorbei und am 1. Mai auf nach Dortmund. Kein Fußbreit den Faschist_innen!

Hier noch der Aufruf der Autonomen Antifa 170 aus Dortmund

Was, immer noch?
Dort­mund im Jahr zwei nach dem Ver­bot des Na­tio­na­len Wi­der­stand Dort­mund (NWDO). Von den „gro­ßen Lö­chern im Netz­werk der Neo­na­zis“, die In­nen­mi­nis­ter Jäger nach dem Ver­bot im Jahr 2012 be­schwor, ist nicht viel übrig ge­blie­ben. Den Dort­mun­der Neo­na­zis ist es ge­lun­gen, den größ­ten Teil ihrer Struk­tur in die Par­tei „die Rech­te“ zu über­füh­ren. In­ter­net­me­di­en, Ver­sand und or­ga­ni­sa­to­ri­sche Struk­tur konn­ten durch das Ver­bot nicht lang­fris­tig ge­stört wer­den.
Ge­blie­ben ist von dem Ver­bot vor allem die Angst der Neo­na­zis vor wei­te­ren Re­pres­si­ons­schlä­gen. Diese fin­det ihren Aus­druck vor allem in einem ge­hemm­ten Ak­tio­nis­mus. An­schlä­ge und Ter­ror gegen ihre Geg­ner_in­nen sind seit dem Ver­bot deut­lich zu­rück­ge­gan­gen. Nichts­des­to­trotz haben die Dort­mun­der Neo­na­zis wei­ter­hin die struk­tu­rel­le Grund­la­ge, diese Po­li­tik der Ge­walt je­der­zeit wie­der auf­zu­neh­men.
Auch über die Struk­tu­ren des NWDO hin­aus sind rech­te Um­trie­be in Dort­mund ein Pro­blem. Zu­letzt immer wie­der im Ge­spräch sind Teile der BVB-​Fan­sze­ne, die ein enges Ver­hält­nis zu den Struk­tu­ren der Neo­na­zis pfle­gen, na­ment­lich die Ul­tra­grup­pe „Des­pa­ra­dos“ und die Hoo­li­gan­trup­pe „North­si­de“. Den Neo­na­zis die­nen diese Grup­pen als Re­kru­tie­rungs­feld für ihre Or­ga­ni­sa­ti­on, gleich­zei­tig tau­chen Kader des NWDO dort auf, wo rechts­of­fe­ne BVB-​Fans mit An­grif­fen auf Fans an­de­rer Ver­ei­ne auf­fal­len.

Was, schlim­mer noch?
Das Pro­blem rech­ter Ideo­lo­gie ist hin­ge­gen nicht auf Neo­na­zis und ihre Sym­pa­thi­san­t_in­nen be­schränkt. Ras­sis­ti­sche und ak­tu­ell an­ti­zi­ga­nis­ti­sche Äu­ße­run­gen sind fes­ter Be­stand­teil des po­li­ti­schen Dis­kur­ses und ko­chen immer wie­der hoch, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit dem Zuzug von Men­schen aus Bul­ga­ri­en und Ru­mä­ni­en. Die Neo­na­zis ver­su­chen diese Stim­mung zu nut­zen. Die Hetze gegen so­ge­nann­te „Ekel­häu­ser“, die von ver­meint­lich „kri­mi­nel­len Aus­län­dern“ be­wohnt wer­den, neh­men sie zu recht als Steil­vor­la­ge für ihre The­sen wahr.
Ent­spre­chend kün­digt „die Rech­te“ be­reits jetzt an, die Zu­wan­de­rung zum zen­tra­len Thema des Wahl­kampfs zu ma­chen. Als Wunsch­bild dürf­te den Neo­na­zis die ras­sis­ti­schen Mo­bi­li­sie­run­gen in Ber­lin-​Hel­lers­dorf oder Schnee­berg gel­ten, bei denen es Neo­na­zis ge­lun­gen ist, sich an die Spit­ze des Volks­mobs zu set­zen.
An­ti­fa­schis­ti­scher Wi­der­stand gegen die Neo­na­zis und die rech­te Ideo­lo­gie ist also wei­ter­hin not­wen­dig. Auf mi­nis­te­ri­el­le Ver­bo­te und po­li­zei­li­che Re­pres­si­on zu set­zen, bringt uns hier­bei nicht wei­ter.

Ge­mein­sam gegen Nazis
Für die Po­li­tik der Neo­na­zis sind Auf­mär­sche ein wich­ti­ger As­pekt. Sie nut­zen ihre Ver­samm­lun­gen als Platt­form, um ihre Hetze in die Öf­fent­lich­keit zu tra­gen. Mit den Auf­mär­schen ge­lingt es ihnen, nach Außen ge­gen­über ihren Geg­ner_in­nen ein Be­dro­hungs­po­ten­ti­al sicht­bar zu ma­chen. Da­ne­ben wir­ken die Ver­samm­lun­gen auch in die Szene hin­ein als Selbst­ver­ge­wis­se­rung für die im All­tag ver­ein­zel­ten rech­ten Ak­ti­vis­t_in­nen.

Da­durch wer­den Auf­mär­sche für uns ein An­satz­punkt im Kampf gegen die Neo­na­zis. Wir wol­len diese Auf­mär­sche ver­hin­dern. Uns geht es dabei um ef­fek­ti­ve Ak­tio­nen gegen den Auf­marsch, die in den Ab­lauf des Auf­mar­sches ein­grei­fen und die In­sze­nie­rung der Neo­na­zis un­ter­bre­chen. Die Rech­ten sol­len nicht mehr lau­fen kön­nen wo sie wol­len und wann sie wol­len. Sie in die­ser Form ein­zu­schrän­ken heißt, ein Sym­bol gegen ihren Macht­an­spruch zu set­zen.
Als Bei­spiel neh­men wir uns dafür die ge­lun­ge­nen Mo­bi­li­sie­run­gen in an­de­ren Städ­ten. In den letz­ten Jah­ren ist es in vie­len Städ­ten ge­lun­gen, Neo­na­zis durch Blo­cka­den in ihre Schran­ken zu wei­sen. Damit dass ge­lingt braucht es einen Kon­sens mög­lichst vie­ler Ak­teur_in­nen, ge­mein­sam und ent­schlos­sen gegen die Na­zi­auf­mär­sche vor­zu­ge­hen. Auch in Dort­mund brau­chen wir eine so­li­da­ri­sche Grund­hal­tung zu­ein­an­der und eine Fo­kus­sie­rung auf das ge­mein­sa­me Ziel, Na­zi­auf­mär­sche zu ver­hin­dern.
Wir wol­len eine Per­spek­ti­ve zur Ver­hin­de­rung von Na­zi­auf­mär­schen in Dort­mund schaf­fen. Dabei freu­en wir uns über alle, die die­sen Weg mit uns gehen wol­len. Klar ist aber auch: Wir sind über die Wahl der Ak­ti­ons­for­men hin­weg mit allen Men­schen so­li­da­risch, die sich den Nazis in den Weg stel­len.