Archiv für Oktober 2012

„Allgemeinwohl und Wirtschaftspolitik“

3. Veranstaltung der Reihe „STAAT, WTF?“: Fr, 02.11.2012 – 17:00 Uhr im SubstAnZ

Warum endet die Veranstaltungsreihe mit Wirtschaftspolitik und nicht mit Bevölkerungspolitik, Sozialpolitik oder gar Sicherheitspolitik?
Warum wurden diese Themen in der Reihe „STAAT, WTF?“ noch gar nicht behandelt?
Und dann auch noch Wirtschaftspolitik, warum?
In der bisherigen Reihe haben wir nicht nach Staat an sich gefragt, sondern nach dem bürgerlichen Staat, der den Kapitalismus als Verkehrsform nutzt. Etwa in der Frage der Bedeutung der Staatsschulden für die Finanz-Branche. Somit ist es nur konsequent sich mit dem Feld der Politik zu beschäftigen, welches in direktester Verbindung mit der Ökonomie steht, der Wirtschaftspolitik.
Am 02. November wollen wir in einer Mischung aus Podiums-Diskussion und Workshop der Wirtschaftspolitik nachspüren, die vorgibt, sich in den Dienst eines Allgemeinwohls zu stellen. Die Vorstellung von dem was als Gemeinwohl angenommen wird und den Zusammenhang zum bürgerlichen Staat wollen wir hinterfragen…

Vortrag und Diskussion mit dem „Bündnis Kommunismus in Jogginghose“
Flyer: „STAAT,WTF?“

Um 22.00 Uhr ist die Abschluss-Party der Veranstaltungsreihe ebenfalls im SubstAnZ (Frankenstr. 25a):
Soli-Trash-Party für die Repressionsopfer gegen den Naziaufmarsch vom 03. März 2012 in Münster
soli-trash-party 02-11-12

„Das Einfache des Staates“

2. Veranstaltung: Sa, 27.10.2012 – 18:00 Uhr im SubstAnZ
-Das Einfache des Staates-

Das Einfache des Staates ist das, wo die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen besteht, die politische Form dieses Verhältnises nur die der Herrschaft sein kann.
Daraus folgt: Der Staat ist kein Mittel zu irgendeinem Zweck; den der Garantie der Akkumulation des Kapitals ausgenommen, kein Hebel zum Sozialismus, auch nicht zur grünalternativen Zivilgesellschaft.

Vortrag und Diskussion mit Alexander Neupert

Siehe auch: Flyer

Bündnis Kommunismus in Jogginghose! &
antifaschistische Hochschulinitative

Vereinsveranstaltung, neue Gesichter willkommen!

fight fascism – Antifa Soli-Konzert

Das Antifa-Arbeit nicht nur anstrengend, zeit- und kostenintensiv sowie auch gefährlich sein kann, kann hoffentlich jede_r nachvollziehen. Nichts desto trotz gibt es auch genügend Möglichkeiten sich und uns selbst zu feiern. Aus diesem Grund organisieren wir am 10. November 2012 ein Antifa Soli-Konzert mit den herausragenden Bands Feine Sahne Fischfilet, Johnny Mauser & The Trouble Orchestra und Grenzwert.

…aber warum eigentlich Antifa-Arbeit?
Spätestens seit der NSU ein bundesweites Thema in den Medien ist, sollte klar sein zu was rechtes Gedankengut führen kann. So bleibt es nicht bei, mehr oder weniger, offenen Anfeindungen gegenüber denen, welche nicht in das Weltbild von neuen wie alten Rechten passen, sondern führt sogar zu Mord. Zugegeben: Das Beispiel NSU ist ein Extrem, jedoch nicht verwunderlich. Auch Nazis, welche nicht „untergetaucht“ sind und einen normalen Alltag haben, schrecken nicht vor derartig radikalen Schritten gegenüber ihren politischen Gegnern und denen welche sie als nicht Lebenswert erachten, zurück. Dies zeigte sich unlängst in Hannover, wo ein engagierter Antifaschist nach einem Infostand an einem belebten Platz in der Hannoveraner Innenstadt von einem Nazi mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt wurde. Der gleiche Nazi verletzte an dem Abend noch einen weiteren Menschen mit einem Messer im Gesicht und am Rücken, so dass dieser in der gleichen Nacht noch notoperiert werden musste. Andere Vorfälle endeten nicht so glimpflich, was sich an dem Beispiel Thomas „Schmuddel“ Schulz zeigt. Schmuddel wurde am 28. März 2005 von dem Nazi Sven Kahlin, in Dortmund erstochen. Die Auflistung ließe sich fast unendlich erweitern und verdeutlicht was passiert, wenn Naziaktivitäten unterschätzt werden und zeigt die Notwendigkeit antifaschistischer Arbeit.

Nazis fallen nicht vom Himmel oder sind plötzlich da, sondern sind eine logische Konsequenz einer Gesellschaft, die von Konkurrenz- und Obrigkeitsdenken geprägt ist. Eine Gesellschaft in der Dritte entscheiden, welcher Mensch einen Nutzen für andere hat. Wer diesen Erwartungen nicht entspricht oder entsprechen kann, landet auf einem staatlichen und gesellschaftlichen Abstellgleis. Dass diese Verwertungslogik kein deutsches, sondern eine globales Phänomen ist, zeigen u.a. die tatsächlichen und symbolischen Zäune um Europa. Menschen die vor aus Angst vor Folter und Krieg ihre Heimat verlassen, werden durch institutionellen Rassismus der Behörden schikaniert und verlieren somit jegliche Perspektive. Dieser alltägliche Rassismus macht nicht an Behördentüren halt, sondern zeigt ein Spiegelbild der Gesellschaft, von dem Menschen mit offensichtlich anderer Herkunft Tag für Tag betroffen sind.

…aber warum muss antifaschistische Arbeit unabhängig sein?
Ein System, welches rechtes Gedankengut reproduziert und gleichzeitig hilflose Verbote rechter Gruppierungen erlässt, um im In- und Ausland nicht den Anschein der Fortführung der deutschen Tradition zu wecken, kann keine Alternative zum unabhängigen Handeln sein. Unabhängige antifaschistische Arbeit bedeutet, sich nicht in Parteistrukturen, welche genauso Teil dieses Systems sind, zu verirren oder sich gar auf einen staatlichen Antifaschismus zu verlassen. Ein Staat, der sich immer noch weigert verurteilte NS-Kriegsverbrecher wie den Osnabrücker Ferdinand Osterhaus auszuliefern um auch nur annähernd Gerechtigkeit herzustellen, ist keiner auf den wir uns verlassen sollten. Ein Staat, und erst recht nicht dieser, ist nicht antifaschistisch und wird es auch niemals sein.

Kein System lässt sich gerne das Zepter aus der Hand nehmen und benutzt alle Möglichkeiten sich selbst zu schützen. Jede_r der sich traut seine Meinung zu äußern und am System rüttelt, wird via Extremismusbegriff diffamiert und mit Repression überschüttet.

…. aber warum ein Soli-Konzert? Für was Soli?
Wir verstehen unter unabhängigem Antifaschismus sich nicht an irgendwelchen Parteilinien zu halten und nicht das zu machen was von uns erwartet wird. Wir handeln dort wo es notwendig erscheint und Menschen unsere Hilfe benötigen. Wir möchten durch Aktionen an die deutschen Verbrechen erinnern und mahnen. Wir organisieren Vorträge zu Nazistrukturen und neue Erscheinungsformen der Rechten. Durch verschiedene Aktionsformen ist es unser Ziel, das Geschichtsbewusstsein von Menschen zu fördern und sie zu ermutigen, sich aktiv gegen Nazis zur Wehr zu setzen.

Nachhaltige antifaschistische Arbeit ist kostenintensiv. Wir möchten durch die Erlöse des Soli-Konzertes unsere Chronik faschistischer Umtriebe seit 1999 in Osnabrück drucken lassen. Wir möchten wieder Bildungsfahrten zu Gedenkstätten etc. anbieten können und auch Menschen ohne Geld die Teilnahme an diesen ermöglichen. Und wir möchten wie gewohnt Flyer, Plakate und Transparente in die Öffentlichkeit bringen um auf die lokale antifaschistische Arbeit aufmerksam zu machen. All das kostet Geld und genau dafür geht Eure Kohle nach diesem Konzert drauf.

…. aber wer sind WIR eigentlich?
Wir sind die Antifaschistische Aktion Osnabrück [AAOS]. Wir sind ein fluktuierender Zusammenschluss von Menschen, der sich vor etwa 13 Jahren im Rahmen der Proteste gegen eine Nazidemo in Osnabrück gegründet hat, um die antifaschistische Politik der Vorjahre fortzuführen. Seitdem gibt es uns und wenn alles gut läuft, auch mindestens nochmal so lange. Aber es geht nicht ohne Support.

… aber was kannst DU noch machen?
Natürlich ist die Welt nicht gerettet oder besser nur weil wir ein Antifa Konzert organisieren und Du hingehst. Aber – es ist ein Anfang! Und damit es weitergeht, laden wir Dich zum regelmäßigem Café Résistance – Offener antifaschistischer Treff ins SubstAnZ Osnabrück ein. Ganz besonders können wir dort zudem den neuen Café-Klatsch am dritten Dienstag ab 19 Uhr empfehlen. Werde aktiv!

Werde auch Du Teil antifaschistischer Subkultur in Osnabrück oder anderswo!

fight fascism – Antifa Soli-Konzert
mit Feine Sahne Fischfilet, Johnny Mauser & The Trouble Orchestra und Grenzwert
Samstag, 10. November 2012 ab 21 Uhr
SubstAnZ Osnabrück, Frankenstraße 25a
Eintritt: 3 bis 5 Euro
Ab 19 Uhr: Vortrag über die Naziszene in Mecklenburg-Vorpommern

antifa-os.de

Filmvorführung „Die Geige aus Cervarolo“


29. Oktober 2012, Filmtheater Hasetor, 20 Uhr
Während des Zweiten Weltkriegs begeht die deutsche Wehrmacht, unterstützt von italienischen Faschisten, zahlreiche Kriegsverbrechen in Norditalien, darunter auch an den Einwohnerinnen und Einwohnern von Cervarolo, einem kleinen Ort in der Provinz Reggio-Emilia. Verübt werden die Massaker von Angehörigen der Wehrmachtsdivision „Hermann Göring“ als Rache für ein Gefecht im Dorf Cerré Sologno, bei dem Partisanen die Oberhand behielten.

Italo Rovali, der Sohn des Geigers Virgilio Roval aus Cervarolo, versucht fast siebzig Jahre danach die Verantwortlichen für das Verbrechen zu finden. Dank seiner hartnäckigen Nachforschungen und den Ermittlungen von Staatsanwälten wird 2009 in Verona endlich ein Prozess eröffnet. Mit Hilfe der Erinnerungen derer, die als Kinder damals alles mitansehen mussten und der Überlieferungen seiner Familie lebt im Verlauf des Prozesses die unglaubliche Geschichte der Geige von Virgilio Roval wieder auf.

Das Gericht verurteilt am 6. Juli 2011 sechs ehemalige Wehrmachtssoldaten zu lebenslangen Haftstrafen und hohen Entschädigungszahlungen – unter ihnen auch Ferdinand Osterhaus, der in Osnabrück lebt.

Bei der Filmvorführung werden die beiden Regisseure Matthias Durchfeld und Nico Guidetti anwesend sein.
Der Eintritt ist frei.

geschichtswerkstattos.blogsport.de

Staat, WTF?


Nazis melden Gegendemo an


UPDATE: Nazis haben in Emsdetten eine Gegendemonstration zur Antifa-Demo „Nazis die Räume nehmen – Keine Toleranz der Intoleranz“ am Samstag (13.10.) angemeldet! Die Nazi-Route verläuft in der Nähe zur antifaschistischen Demonstration, die um 13 Uhr am Bahnhof startet.
Jetzt erst recht – auf nach Emsdetten und den Pappnasen zeigen, was wir von ihnen halten!

Café-Klatsch

Überall um dich rum nur rechte Knallbirnen, Ausgrenzung und ätzende Ansichten? Dir geht das gewaltig auf den Keks und du möchtest von deinen Erfahrungen berichten oder etwas dagegen tun? Dann komm zum Café-Klatsch!

Das Café-Klatsch bietet dir die Möglichkeit, dich in einem offenen Plenum über diese Probleme auszutauschen. Dabei geht es natürlich auch darum, aktiv zu werden gegen menschenverachtende Ansichten und die Leute, die diese verbreiten und vertreten. Du bist natürlich herzlich eingeladen jederzeit Inhalte, die dir auf der Seele brennen, in diese Runde zu tragen und dort mit den Anwesenden darüber zu sprechen. Denn häufig lassen sich Ansätze und Lösungen gemeinsam einfacher finden und es kann erreicht werden, was alleine unmöglich erscheint.

Das Café-Klatsch freut sich auf dich, deine Fragen und Ideen!

Dienstag, der 16.10.2012 – ab 19 Uhr – im Café Résistance
SubstAnZ, Frankenstr. 25a, Osnabrück

Café