Bismarck reloaded – NPD in Osnabrück

Am heutigen Donnerstag, dem 19. Juli, hatte die NPD angekündigt, im Rahmen ihrer „Deutschland-Tour“ auch Osnabrück heimzusuchen. Sie meldeten eine Kundgebung an, die als „Infotisch“ fungieren sollte. Hier planten sie völkische Ressentiments, rassistische Propaganda und anderen Bockmist zu verbreiten.
300 Gegendemonstrant_innen machten ihnen einen sauberen Strich durch die Rechnung und bereiteten dem „Flaggschiff“ der NPD, einem mit rechten Parolen behangenen Miet-LKW, ein stürmisches Fahrwasser.


Die Stadt Osnabrück bekleckerte sich im Laufe der Angelegenheit nicht gerade mit Ruhm, sie selbst verlegte aufgrund des am Wochenende stattfindenden Landesturnfests den Kundgebungsort von der Innenstadt zum Vorplatz des Hauptbahnhofs, wodurch unter anderem der Busverkehr umgeleitet werden musste und auch sichergestellt war, das der rechtsradikalen Partei viel Publikumsverkehr zuteil wurde.
Bereits um 9 Uhr morgens sperrten Bereitschaftspolizisten den Bahnhofsvorplatz mit Hamburger Gittern großräumig ab, sie wurden später von Einheiten aus Hannover und Göttingen verstärkt. Auch die Göttinger Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) war vor Ort.
Ungeachtet dessen kamen im Laufe des Nachmittags über 300 Menschen, um ihren Protest gegen faschistische Propaganda zu artikulieren. Das Erscheinen der NPD war ein Trauerspiel. Begleitet von einer Polizeieskorte fuhren sie um kurz nach 15 Uhr mit dem Lastwagen und einem VW-Transporter zum Kundgebungsort. Etwa 15 Hanseln begnügten sich damit, eine Lautsprecheranlage aufzubauen und unmotiviert in der Gegend herumzustehen, bzw. den Antifaschist_innen böse Blicke zuzuwerfen. Aus den blechernen Lautsprechern erschallten alsbald Reden und Hetzmusik. Diese gingen allerdings im Lärm der Gegendemonstrant_innen unter und waren nicht zu verstehen. Dabei wurden die Faschos von den Cops hermetisch abgeschirmt, verstärkt wurden sie nur durch vier lokale Nazis. Nach etwa einer Stunde verloren diese jedoch die Lust an ihrer frustrierenden Veranstaltung, die von Regenschauern heimgesucht wurde, packten ihre Sachen und machten sich, nach wie vor geschützt von Polizist_innen, aus dem Staub.

Fazit: Wie in den letzten Tagen in vielen anderen Städten im Norden konnte auch in Osnabrück heute trotz der Kooperation von Stadt und Polizei mit den Faschist_innen verhindert werden, dass die NPD ihren menschenfeindlichen Meinungsmüll ungestört verbreiten kann.
Jetzt gilt es, auch den Rest der jämmerlichen „Deutschlandtour“ zu versauen und das nationaldeutsche „Flaggschiff“ zu versenken! Morgen wollen die Nazis in Bielefeld und Münster auflaufen, und auch dort werden sich ihnen entschlossene Menschen in den Weg stellen.


2 Antworten auf „Bismarck reloaded – NPD in Osnabrück“


  1. 1 NPD-Kundgebungen in der Region | antifarheine Pingback am 02. August 2012 um 22:18 Uhr
  2. 2 NPD-Kundgebung in Osnabrück « Jugendantifa Kreis Osnabrück [JAKO] Pingback am 03. Januar 2013 um 22:39 Uhr
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