Archiv für Mai 2012

Solidarität mit den Angegriffenen der Wohnwelt

Am vergangenen Wochenende griffen etwa 20 Neonazis die Wohnwelt in Wunstorf an.

Hier die Stellungnahme des Vereins Lebenstraum – Wohnwelt Wunstorf zu den Vorkommnissen in der Nacht vom 19.- auf den 20. Mai. 2012

Am Samstag, dem 19. Mai 2012, fand in den Räumlichkeiten der Wohnwelt Wunstorf eine Electro-Party statt, zu welcher etwa 180, zumeist jugendliche Gäste gekommen waren.

Im Laufe der Veranstaltung um circa 22:20 Uhr betraten 2 männliche Personen mittleren Alters den Thekenraum. Äußerlich unverkennbar waren Tattoos sowie übliche Bekleidung der rechten Szene zu erkennen. Unter anderem SS-Runen sowie ein Poloshirt mit der Inschrift der rechtsradikalen Hooligangruppe „Standarte Bremen“. Diese fragten ohne Scheu und selbstbewusst nach 2 Getränken und blieben circa 10 Minuten, in denen sie aufmerksam Personen musterten und die räumlichen Gegebenheiten besichtigten.

Nachdem Beide die Wohnwelt wieder verließen hielten sie sich in einer Gruppe von circa 5-7 Personen auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf.
Etwa eine dreiviertel Stunde später sprach besagte Gruppe dort einen Gast der Veranstaltung an und einer der Männer schlug ihm ohne Vorwarnung frontal ins Gesicht. Der Angegriffene zog sich daraufhin in die Wohnwelt zurück.

Komplett koordiniert und auf ein bestimmtes Zeichen abgesprochen, stürmten besagte 5-7 Personen sowie 15 weitere Personen aus dem Hintergrund in einer sicheren Angriffskonstellation auf die Wohnwelt zu. Innerhalb weniger Sekunden, während Verantwortliche Kräfte der Wohnwelt Gäste in Sicherheit bzw. in das Gebäude zu bringen versuchten, erreichte die Gruppe bereits den Eingangsbereich, drang mit Gewalt durch die Haupteingangstür, welche von innen versucht wurde zuzuhalten, ein und griff männliche sowie weibliche Gäste der Veranstaltung auf brutalste Weise an. Hierbei kamen unter anderem Teleskopschlagstöcke, Schlagringe und so genannte „Chakos“ zum Einsatz. Während der Dauer des Angriffs fielen seitens der Rechtsradikalen immer wieder „Wo ist die Antifa?!“-Rufe sowie weitere einschlägige Sätze betreffend der politischen Ausrichtung und der Suche nach einem „Gegner“. Die Gäste wurden vollkommen unkontrolliert in den Rücken getreten, geschlagen und gejagt. Eine Person wurde über einen Kicker-Tisch geworfen und am Boden liegend weiter zusammengetreten. Inventar wurde umgeschmissen und Türen versucht aufzutreten.

Durch entschlossenes Handeln einiger Anwesender im Veranstaltungsraum konnte den Angreifern der Zugang zu diesem verwehrt werden, während die restlichen Gäste in den Flur- und Küchenbereich im hinteren Teil des Gebäudes flüchteten.

Ebenso koordiniert wie der Angriff verlief, zog sich die Gruppe zügig geschlossen zum Bahnhof zurück.

Die gerufene Polizei erreichte wenig später den Bahnhof und setzte die Angreifer fest.

Durch das brutale Vorgehen der Angreifer wurden ca. 10 Personen leicht verletzt, sowie 2 Personen derart, dass sie in umliegende Krankenhäuser verbracht werden mussten. (U.a. Rücken- und Kopfverletzungen).

Im Verlaufe der Polizeilichen Maßnahmen konnte beobachtet werden, wie die Angreifer, die sich bereits im von der Polizei gestoppten Zug befanden, die Kleidung untereinander tauschten, um das Wiedererkennen durch Zeugen zu erschweren.

Ein großes Problem stellte sich dadurch dar, dass es den verantwortlichen der Veranstaltung nicht möglich war, die Gäste in die schwerer zugängliche und dadurch erheblich sicherere obere Etage zu verbringen, da diese von der Stadt nicht an die NutzerInnen der Wohnwelt freigegeben wird.

Dass es sich bei dem Angriff mitnichten um „gelangweilte Fußballfans auf der Durchreise“ handelte, sondern um einen organisierten Angriff von Rechtsradikalen, zeigt sich unter Anderem durch die gezielten Rufe der Männer nach „Antifas“, durch ihr politisch eindeutiges Auftreten und die Koordination des Angriffs.
Da sich die Personen über eine Stunde am Bahnhof aufhielten, ist deutlich, dass sie nicht auf ihren Zug nach Bremen warteten, da dieser bereits eine Stunde eher gefahren wäre, sondern nach dem Ausspionieren der Veranstaltung auf einen geeigneten Zeitpunkt für einen Angriff warteten.

Die Verantwortlichen des Vereins Lebenstraum e.V. rufen Geschädigte und Zeugen dazu auf, sich per Mail oder auf anderem Weg beim Verein zu melden um einen persönlichen Kontakt herzustellen und gegebenenfalls Unterstützung bei weitergehenden Maßnahmen leisten zu können. (Mail: wohnwelt-bleibt@gmx.de)

Wir erklären uns solidarisch mit den Betroffenen und erwarten, dass die Dinge beim Namen genannt werden. Der Angriff war mitnichten ein ungezielter Angriff von Fußballfans, sondern eindeutig ein rechtsradikaler Übergriff.
Das Abtun als unpolitischen Einzelfall kennen wir leider schon zu Genüge, weswegen dies auf einem Transparent am SubstAnZ Osnabrück aufgegriffen wurde.

Gegen Verhamlosung rechter Gewalt

In Gedanken bei allen Opfern rassistischer Gewalt!

Gegen den „Tag der deutschen Zukunft“ mit allen Mitteln!

Am 15. Mai um 19.oo Uhr findet im Café Résistance (SubstAnZ, Frankenstr. 25a) eine Mobilisierungsveranstaltung zum „Tag der deutschen Zukunft“ in Hamburg statt.

Bereits in den vergangen drei Jahren fand der „Tag der deutschen Zukunft“ in Norddeutschland statt. In Pinneberg marschierten 2009 200-250 Nazis, in Hildesheim 2010 etwa 700-800 Nazis und in Braunschweig nahmen im letzten Jahr ca. 500 Nazis an einer Kundgebung am Braunschweiger Hauptbahnhof teil, um danach geschützt von der Polizei im Nachbarort Peine eine Demonstration abzuhalten.

In diesem Jahr soll der „TddZ“ in Hamburg stattfinden und damit wieder dazu beitragen, den Aufmarsch als jährliches Nazi „Groß-Event“ zu etablieren.

In diesem Sinne… Auf nach Hamburg! Den Nazis entgegen, mit allen Mitteln!

Bildungsfahrt zur Gedenkstätte Augustaschacht

Augustaschacht
Das Arbeitserziehungslager Ohrbeck im Augustaschacht wird in der Geschichtsschreibung als »KZ der Gestapo« bezeichnet. Insgesamt waren in Ohrbeck mehr als 2.000 Jugendliche und Männer zwischen Januar 1944 und April 1945 inhaftiert. Mindestens 100 von ihnen überlebten die durchschnittlich auf 8 Wochen begrenzten unmenschlichen Arbeits- und Haftbedingungen nicht.

Am 20. Mai organisiert das Café Résistance eine gemeinsame Bildungsfahrt zur Gedenkstätte Augustaschacht.
Dort angekommen werden wir an einer 1 ½ stündigen Führung teilnehmen.
Bei Interesse schaut doch bitte am 15. Mai 2012 im Café Résistance (SubstAnZ, Frankenstr. 25a) vorbei. Dort wird es alle weiteren Infos, wie Abfahrtszeiten, Dauer & Kosten, geben.

Weitere Infos unter:
www.gedenkstaetten-augustaschacht-osnabrueck.de/Augustaschacht/

Café Résistance
caferesistance@resist.ca