27. Januar 1945 – Befreiung von Auschwitz

Am 27. Januar 1945 wurden die Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz durch die 322. Infanteriedivision der 60. Armee der I. Ukrainischen Front nach fast fünf Jahren endlich befreit.
Der Lagerkomplex umfasste das Stammlager Ausschwitz I, das Vernichtungslager Auschwitz II-Birkenau und einen dritten Teil, das Konzentrationslager Monowitz, sowie weitere Außenlager.  Durch Unterernährung, mangelhafte Hygiene, Krankheit, Schwerstarbeit und Misshandlungen, sowie letztlich durch die industrielle Massenvernichtung starben hier von 1940 bis 1945 1,1 Millionen Menschen.
Ursprünglich war das KZ Auschwitz aufgrund seiner „günstigen verkehrstechnischen Lage“ als Quarantäne- und Durchgangslager für verhaftete polnische Staatsangehörige aus Oberschlesien geplant, die als Zwangsarbeiter_innen nach Deutschland verschleppt werden sollten. Genutzt wurden die Lager von den Nazis jedoch als größter Tötungsapparat der Geschichte.
Vom 17. bis zum 23. Januar 1945 wurden die Auschwitz-Lager von der SS „evakuiert“ und etwa 60.000 Häftlinge teilweise in Güterwaggons transportiert und/oder über weite Strecken in Todesmärschen nach Westen getrieben. Vermutlich haben davon 9.000 bis 15.000 Menschen die „Lagerauflösung“ nicht überlebt. In den Haupt- und Nebenlagern blieben etwa 7.500 Häftlinge zurück, die zu schwach oder zu krank zum Laufen waren. Es ist anzunehmen, dass eine Vernichtungsaktion für die zurückgelassenen Gefangenen nur durch das rasche Vorrücken der Roten Armee verhindert wurde. Als erstes wurde das Konzentrationslager Monowitz am Vormittag des 27. Januar befreit. Bei der folgenden Befreiung des Stammlagers verloren 232 sowjetische Soldat_innen im Kampf mit sich zurückziehenden deutschen Soldat_innen ihr Leben. Im Stammlager, das gegen 15 Uhr erreicht wurde, fanden die Befreier rund 1.200 kranke Häftlinge vor; in Auschwitz-Birkenau waren 5.800 Gefangene zurückgeblieben. Trotz ärztlicher Bemühungen verstarben noch viele dieser befreiten Häftlinge in den folgenden Tagen.

In Gedenken an die unzähligen Opfer des Holocaust!
Auf das Auschwitz sich nie wiederhole!