Naziübergriff während VFL Spiel

Am vergangenen Samstag (17.12.2011) kam es während des Spiels des VFL Osnabrück gegen den SV Darmstadt zu einem politisch motivierten Übergriff von Nazis auf ein Mitglied der aktiven Fanszene.

Etwa zehn Minuten nach dem Anpfiff folgten ihm zwei Nazis auf die Toilette und verpassten ihm einen Schlag auf den Hinterkopf. Das Opfer ging daraufhin zu Boden und es wurde weiter auf ihn eingetreten. Dabei verletzten sie ihn so schwer, dass er stationär behandelt werden musste. In naher Zukunft werden mehrere Operationen anstehen. Als Grund wurde dem Opfer vorgeworfen zuvor mit Menschen gesprochen zu haben, die die Nazis der linken Szene zuordnen. Außerdem wurden während des Übergriffs faschistische Parolen geäußert.

Auch wenn uns der Übergriff im Stadion auf ein Mitglied der aktiven Fanszene überrascht, kommt für uns dieser Übergriff nicht aus heiterem Himmel. In Osnabrück gibt es eine organisierte Naziszene. Auch die Nachwuchsarbeit der Nazis läuft leider besser als in den Vorjahren. Ehemalige „Größen“ haben ihren Platz jüngeren Nazis überlassen und diese versuchen stetig mehr und mehr Einfluss zu bekommen und Anhänger_innen zu werben. Das diese Versuche nicht am Stadioneingang halt machen liegt zumindest für uns auf der Hand. Rechercheergebnisse belegen, dass Nazis besonders im Osnabrücker Stadion einen Raum finden, den ihnen bisher nie jemand streitig gemacht hat. Aktive Nazis gibt es nicht nur in Stadion ostdeutscher Vereine sondern eben auch beim VFL Osnabrück. Leider herrscht bei den meisten organsierten Fans immer noch die naive und falsche Meinung, dass Fußball nichts mit Politik zu tun habe. Spätestens nach dem Übergriff sollte auch dem Letzten klar sein, dass dieses nicht zutrifft und gehandelt werden muss. Fatal finden wir weiter, dass anscheinend auch die szenekundigen Beamten (SKBs) der Osnabrücker Polizei eine Nähe zu offensichtlichen Nazis haben und pflegen. Eine herzliche Umarmung oder ein freundschaftlicher Händedruck zwischen Thor Steinar tragenden Nazis und SKBs sind keine Seltenheit sondern ein gewohntes Bild im Osnabrücker Szeneumfeld.

Wir möchten den Übergriff nicht instrumentalisieren, sondern schauen was wir gemeinsam gegen Nazis machen können. Als erstes wünschen wir aber dem Betroffenen alles Gute! Für uns steht fest, dass jeder Naziübergriff auch immer ein Angriff gegen uns selbst ist. Wir werden den Vorfall aufarbeiten und alles tun und dazu beitragen, um die Täter, Anstifter_innen und das Umfeld zu identifizieren. Zieht Euch warm an – Es wird kalt!

Unsere Solidarität gilt allen Opfern rechter Gewalt.
Unsere Solidarität mit allen antifaschistischen Fußballfans.
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