Zum Gedenken an die Reichspogromnacht

Gestern jährte sich die Reichspogromnacht zum 73. Mal. Nach wie vor sind die begangenen Verbrechen der NS-Zeit unvergleichbar und die mahnende Erinnerung an diese absolut essentiell. Am 09. November 1938 schlug die Stimmung in Deutschland in einem solch gravierenden Maß um, dass es als Bedrohung wahrgenommen werden konnte. In dieser Nacht trat die hässliche Fratze des Nationalsozialismus zum ersten Mal unverhohlen auf und der ständig vorhandene Antisemitismus entlud sich in Angriffen auf Juden, ihre Geschäfte und Wohnungen. Die Reichspogromnacht bildete somit gewissermaßen einen Auftakt in eine Epoche, die wir heutzutage nur allzu gern als Vergangenheit abtun.

Spätestens die Vorfälle in Rostock-Lichtenhagen sprechen eine andere, deutliche Sprache. Der Rassismus ist bei Weitem kein Problem von (Neo-)Nazis, sondern findet fruchtbaren Boden in der Mitte der Gesellschaft in der Angst vor etwas Anderem, Unbekannten als Machtmittel instrumentalisiert wird. Das Gedenken an die Reichspogromnacht muss uns diese Gefahr immer vor Augen halten und motivieren, damit wir uns mit allen Mitteln künftigen Gefahren für unsere Mitmenschen in den Weg stellen und uns der rassistischen und antisemitischen Hetze verschließen.
Aus diesem Grund trafen sich auch dieses Jahr wieder 300 Antifaschist_Innen um zu verhindern, dass die Vergangenheit vergessen wird, zu einem Trauermarsch. Dieser endete mit einer Kranzniederlegung an der alten Synagoge in Osnabrück.

Nichts und Niemand ist vergessen! Gegen das Verdrängen, das Weiterdelegieren der eigenen Verantwortung und gegen Deutschland! Für eine freie und menschliche Welt!

9/11