Archiv für November 2011

„Unsere individuellen Lösungen garantieren Ihnen eine entspannte Reiseatmosphäre“*

Wen fährt der Kettlers Reisedienst eigentlich noch? Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt, als Sie in einen Bus des in Bad Rothenfelde ansässigen Reiseunternehmens gestiegen sind? Wahrscheinlich nicht – Warum sollten Sie auch? Denn nicht nur etablierte Osnabrücker Jugendzentren, Sportvereine oder Kegelclubs nutzen häufig und gerne die Dienstleistungen dieser Firma für „fröhliche“ Ausflüge, sondern auch Nazis!

Das Unternehmen fiel bereits im Jahr 2007 als Unterstützer der extrem rechten Szene auf, als die NPD am 1. Mai das Busunternehmen für die Fahrt zu einer Demonstration in Vechta nutzte. Im gleichen Jahr fuhren die Nazis ebenfalls mit Bussen von Kettler zu Protestaktionen am 2. Juni nach Schwerin und am 17. November zum offiziellen Wahlkampfauftakt der NPD nach Vechta und GM-Hütte.

Durch antifaschistische Aufklärungsarbeit Anfang 2008 schien es im Bezug auf die Zusammenarbeit mit Nazis ruhig um die Firma Kettler geworden zu sein.

Dieser Schein hielt allerdings nur bis zum Sommer 2011. Am 27. August fuhren freie Kräfte und Kameradschaften (nicht parteilich gebundene Nazis) aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit einem Kettler Bus zu Propagandaveranstaltungen, die anlässlich des am 3. September stattgefunden faschistischen Antikriegstages in Dortmund durchgeführt wurden.

In den Jahren 2007 und 2008 rechtfertigte sich das Unternehmen noch mit der Ausrede, sie würden „nur eine Partei wie jede andere“ fahren. Das Unternehmen sieht aber nach wie vor kein Problem darin, Nazis, egal ob parteilich organisiert oder aus losen Zusammenhängen kommend, zu befördern und sie so bei der Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie tatkräftig zu unterstützen.

Wir fordern Sie daher auf, die Firma Kettler bei der nächsten Auswahl eines Busunternehmens für Ihre Veranstaltungen und Ausflüge nicht mehr zu berücksichtigen.

Generell darf und kann es nicht sein, dass Nazis Unterstützung egal in welcher Art erhalten. Bei Nazis dürfen wirtschaftliche Interessen nicht im Vordergrund stehen!

*von Homepage Kettlers Reisedienst GmbH

copyleft by Antifaschistische Aktion Osnabrück (AAOS)

DEMO AM 22.NOVEMBER: KEIN HEIMSPIEL FÜR “KC”- RECHTE GEWALT STOPPEN!

Kein Heimspiel für “KC”- rechte Gewalt stoppen!
Für den 26.11.2011 hat die rechte Hooligan- Band „Kategorie C- Hungrige Wölfe“ ein Konzert in Bremen angekündigt. Nachdem das letzte Konzert der Band am 12.06.2011 in Bremen Oslebshausen unter den Augen von Polizei und Stadt Bremen ungestört über die Bühne gebracht werden konnte, wollen wir diesmal den den Druck erhöhen und den Nazis nicht einfach so den Raum überlassen. Wohin das Ignorieren rechter Gewalt führt, wird derzeit durch den Fall der „Zwickauer Terrorzelle“ verdeutlicht. Wie auch in den letzten öffentlichen Debatten über rechte Gewalt, wird auch in der aktuellen Diskussion lediglich über die Verbesserung der staatlichen Sicherheitsbehörden als Präventivmaßnahme zur Verhinderung solcher Taten gesprochen, anstatt über die gesellschaftlichen Ursachen für eben diese zu sprechen. Die Geschehnisse um die „Zwickauer Terrorzelle“ sind trotzdem nur die Spitze des Eisberges rechter Gewalt. Seit der „Wiedervereinigung“ ist es zu mehr als 120 tödlichen Vorfällen durch rassistische Gewalt gekommen, welche es jedoch nicht in die breite Öffentlichkeit geschafft haben.
„Kategorie C- Hungrige Wölfe“ bilden eine wichtige ideologische Brücke zwischen organisierten Neonazis und Personen mit einem noch nicht geschlossenen rechten Weltbild. Durch die in ihren Texten transportierte Mischung aus männlichen Chauvinismus, Nationalismus sowie einer Verklärung von Gewalt, schaffen sie Voraussetzungen für die Anschlussfähigkeit und die Akzeptanz von neonazistischen Ideologien. So bilden die Konzerte einen Sammelpunkt für bekennende Neonazis, rechtsoffene Hooligans und Jugendlichen und haben somit ein politisierendes Moment.
Der Sänger der Band, Hannes Ostendorf, einer der Verurteilten im sogenannten „Ostkurvenprozess“, ist ebenso ein Mitglied der rechten Bremer Hooligangruppe „Standarte“. Mitglieder der „Standarte“ tauchen auch bundesweit immer wieder auf Neonazi-Demonstrationen auf, so z.B. auch Standartemitglieder wie Henrik Ostendorf (ehemaliger Mitarbeiter des NPD Parteiblattes „Deutsche Stimme“) oder auch Gerry Bakker, am 06.08.2011 zur Nazi-Demo im niedersächsischen Bad Nenndorf. Dass auch immer wieder persönliche und geschäftliche Verstrickungen von den Protagonisten der Band „KC-Hungrige Wölfe“ in neonazisitische Kreise nachgewiesen werden konnten, beweist wie absurd die Versuche der Band sind, sich in der Öffentlichkeit als „unpolitisch“ verkaufen zu wollen. So trat z.B. Hannes Ostendorf als Sänger der neonazistischen Band „Nahkampf“ auf und das „KC“-Konzert welches am 25.06.2011 ursprünglich in Wunstorf stattfinden sollte, wurde vom ostwestfälischen Neonazi-Kader Marcus Winter organisiert.
Nachdem der durch eine breite Öffentlichkeit verfolgte „Ostkurvensaalprozess“ in diesem Sommer zu Ende gegangen ist, scheint das Thema rechte Gewalt aus der Bremer Öffentlichkeit wieder verschwunden zu sein. Dass die Bremer Parteien und Behörden offensichtlich kein Problem in der Durchführung rechter Konzerte in Bremen sehen, halten wir für eine bedenkliche Entwicklung. Dies zeigt deutlich, dass mensch sich nicht auf den „staatlichen Antifaschismus“ verlassen kann und darf.
Wir fordern daher alle möglichen Vermieter_innen geeigneter Räumlichkeiten auf, sich genau zu überlegen, mit wem sie sich dort geschäftlich einlassen würden. Es gibt keine Entschuldigung dafür, Nazis bewusst Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Wir wollen mit der Demonstration am 22.11.2011 ein deutliches Zeichen gegen rechte Strukturen in Bremen und überall setzen! Kommt um 17.00 zur Demo am Brill!
In diesem Sinne: Kein Heimspiel für „KC“!

Ein Aufruf vom „Bündnis rechte Gewalt stoppen im November 2011″

Castor 2011

Infoveranstaltung zum Castortransport
Ende November soll wieder ein Castortransport ins Wendland rollen, um dort das sogenannte „Zwischenlager“ ein Stück mehr als „Endlager“ zu betonieren. Dabei ist seit Jahrzehnten klar, dass der Standort geologisch gänzlich ungeeignet ist! Gleichzeitig wird in diesen Tagen auch generell über die Atom- und Energiepolitik der Bundesregierung in Form von Protest und Widerstand auf der Straße abgestimmt. Der sogenannte „Atomausstieg“ tastet nicht die Macht der Energiekonzerne an, was sich im Weiterbetrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau oder der finanziellen Absicherung eine Atomkraftwerkneubaus in Brasilien ausdrückt. Eine kapitalistisch organisierte Energiewirtschaft funktioniert aufgrund der Tatsache, dass Profite privatisiert, die Risiken und Kosten aber auf Gesellschaft und Umwelt abgeladen werden. Dagegen wendet sich unser Protest und unser Widerstand und deswegen fahren wir ins Wendland!
Ja! Wir stören weiter…
Atomausstieg und Klimagerechtigkeit bleiben Handarbeit!
Montag, 14.11.2011 – 19:30 Uhr im SubstAnZ (Frankenstr. 25a)

Demo- und Aktionstraining für den Castortransport
Bei diesem Training wollen wir verschiedenste Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln wie wir zielgerichtet und deseskalierend beim Castortransport handeln können. Es wird ein Basisaktionstraining geben u.a. mit Bezugsgruppengründung, Konsensfindung und renitentem Sitzen. Ferner werden auch noch weitere sinnvolle Tipps & Tricks für die Tage im Wendland vermittelt.
Samstag, 19.11.2011 – 14:00 Uhr im SubstAnZ (Frankenstr. 25a)

Zum Gedenken an die Reichspogromnacht

Gestern jährte sich die Reichspogromnacht zum 73. Mal. Nach wie vor sind die begangenen Verbrechen der NS-Zeit unvergleichbar und die mahnende Erinnerung an diese absolut essentiell. Am 09. November 1938 schlug die Stimmung in Deutschland in einem solch gravierenden Maß um, dass es als Bedrohung wahrgenommen werden konnte. In dieser Nacht trat die hässliche Fratze des Nationalsozialismus zum ersten Mal unverhohlen auf und der ständig vorhandene Antisemitismus entlud sich in Angriffen auf Juden, ihre Geschäfte und Wohnungen. Die Reichspogromnacht bildete somit gewissermaßen einen Auftakt in eine Epoche, die wir heutzutage nur allzu gern als Vergangenheit abtun.

Spätestens die Vorfälle in Rostock-Lichtenhagen sprechen eine andere, deutliche Sprache. Der Rassismus ist bei Weitem kein Problem von (Neo-)Nazis, sondern findet fruchtbaren Boden in der Mitte der Gesellschaft in der Angst vor etwas Anderem, Unbekannten als Machtmittel instrumentalisiert wird. Das Gedenken an die Reichspogromnacht muss uns diese Gefahr immer vor Augen halten und motivieren, damit wir uns mit allen Mitteln künftigen Gefahren für unsere Mitmenschen in den Weg stellen und uns der rassistischen und antisemitischen Hetze verschließen.
Aus diesem Grund trafen sich auch dieses Jahr wieder 300 Antifaschist_Innen um zu verhindern, dass die Vergangenheit vergessen wird, zu einem Trauermarsch. Dieser endete mit einer Kranzniederlegung an der alten Synagoge in Osnabrück.

Nichts und Niemand ist vergessen! Gegen das Verdrängen, das Weiterdelegieren der eigenen Verantwortung und gegen Deutschland! Für eine freie und menschliche Welt!

9/11