Veranstaltungen zum Gedenken an den 9. November

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es in ganz Deutschland zu Pogromen gegen Jüd_innen. Etwa vierhundert Menschen wurden in der Nacht getötet und über hundert jüdische Gotteshäuser und Geschäfte zerstört, so auch in Osnabrück. Über hundert jüdische Menschen wurden festgenommen, und die Alte Synagoge in Brand gesteckt. Am 10. November deportierten Gestapo und SS im ganzen Reich 30.000 Menschen in Konzentrationslager. Noch heute werden die Deportationen und Morde häufig als „Reichskristallnacht“ verharmlost, ein Begriff, der impliziert, bei den Novemberpogromen seien nur Glasscheiben zu Bruch gegangen.
In Osnabrück finden wieder mehrere Veranstaltungen zum Thema statt.

Einen Überblick über das gesamte Programm findet ihr hier.

Einige interessante Veranstaltungen sind beispielsweise:

GEDENKGANG
17.50 Uhr Angelaschule: Gedenkgang zur Alten Synagogenstraße
18.00 Uhr Kranzniederlegung am Mahnmal Alte Synagoge „Alte Synagogenstraße“

AUSSTELLUNG
Harzburger Front – Im Gleichschritt zur Diktatur
Die Ausstellung dokumentiert die Ereignisse im Oktober 1931 in Bad Harzburg. Damals trafen sich die Führer der so genannten nationalen Opposition, NSDAP, DNVP und Stahlhelm, um Strategien zum Sturz der Weimarer Republik zu vereinbaren und wesentliche Punkte festzulegen, die Teil der Politik der NSDAP ab 1933 werden sollten. Der Verein Spurensuche Harzregion e. V. hat eine Ausstellung mit Dokumenten und zeitgenössischen Berichten jüdischer Bürger geschaffen, die auf die Entwicklung des Antisemitismus in Bad Harzburg eingeht.
3. November – 16. Dezember 2011,
Mo-Fr, 8-17 Uhr und nach Vereinbarung
Ort: Gewerkschaftshaus, August-Bebel-Platz 1
Veranstalter: Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Osnabrück, IGMetall

MUSIK
Per La Vita – Esther Bejarano trifft die ˝Microphone Mafia˝
Die Jüdin trifft den Moslem, Tradition trifft Moderne, Folklore trifft Rap. Esther Bejarano, Überlebende des Mädchenorchesters von Auschwitz, ging durch die Hölle der Konzentrationslager und auch ihren Kindern widerfuhr immer wieder Antisemitismus. Nun treten sie gemeinsam mit den drei Rappern der Gruppe ˝Microphone Mafia˝ auf, die, aufgewachsen als Jugendliche mit Migrationshintergrund in einem Kölner Arbeiterviertel, ebenfalls mit Rassismus konfrontiert wurden.
Diese Erfahrungen brachten die Bejaranos und die ˝Microphone Mafia˝ zusammen, um in dem Projekt ˝Per La Vita˝ mit einem vielsprachigen musikalischen Statement gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus einzutreten.
Sonntag, 6. November 2011, 17 Uhr
Eintritt: 5 € / erm. 3 €
Ort: Felix-Nussbaum-Haus, Lotter Straße 2
Veranstalter: Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück in Kooperation mit dem Felix-Nussbaum-Haus

THEATER
Fluchtpunkt Israel – theater odos
1942 sank das marode Schiff ˝Struma˝ mit 769 jüdischen Passagieren im Schwarzen Meer. Sie wollten nach Palästina auswandern, doch politische Bedenken sowie ein Motorschaden hielten das Schiff auf. Die Menschen mussten unter menschenunwürdigen Bedingungen an Bord bleiben. Letztlich schleppte das türkische Militär die ˝Struma˝ zurück ins Meer, wo sie wahrscheinlich von einem sowjetischen U-Boot versenkt wurde.
Ein vielschichtiges Einpersonenstück mit viel Musik über einen jungen Mann auf der Suche nach der eigenen religiösen Identität, über Flucht und über die Weltpolitik, die vor dem Leid der Juden die Augen verschlossen hat.
Sonntag, 13. November 2011, 18 Uhr
Eintritt: 7 € / erm. 5 €
Schulaufführung: Montag, 14. November 2011, 12 Uhr.
Eintritt: 3 €
Anmeldung: Tel. 0541 323-2287
Ort: Kleine Freiheit, Hamburger Straße 22
Veranstalter: Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück in Kooperation mit der Kleinen Freiheit

VORTRAG
Diplomatie der ˝Endlösung˝ – Vortrag von Dr. Sebastian Weitkamp
Zwei gewissenlose Beamte machten über die NS-Vernichtungspolitik Karriere: Horst Wagner und Eberhard von Thadden.
Beide waren Mitglied der SS und auf ihre Weise typische Vertreter der jungen NS-Diplomatengarde. Nach dem Krieg verliefen die juristischen Verfahren gegen sie im Sande. Dr. Weitkamp beleuchtet Wirken, Motive und Arbeitsumfeld dieser ˝diplomatischen˝ Täter.
Dienstag, 15. November 2011, 19.30 Uhr
Ort: Volkshochschule, Bergstrasse 8, Vortragssaal
Veranstalter: Volkshochschule Osnabrück, Gedenkstätte Augustaschacht e.V., Kulturgeschichtliches Museum, Gedenkstätte Gestapokeller im Schloss Osnabrück e.V.