Archiv für Februar 2011

Tostedt 19.03.: Kein Vergeben – Kein Vergessen!

Den Nazis offensiv entgegentreten!
Am 18. März 1992 wurde in Buxtehude der erwerbslose Kapitän Gustav Schneeclaus von zwei Neonazis brutal zusammengeschlagen. Vier Tage später erlag er im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.
Einer der Täter war Stefan Silar, der heute in Tostedt lebt und dort seit 2005 den Naziladen „Streetwear Tostedt“ betreibt. Silar ist heute ein wichtiger Naziaktivist in Norddeutschland und Veranstalter von RechtsRock-Konzerten. Sein Laden dient der Neonaziszene als Treffpunkt und Rekrutierungsfeld.
In Tostedt besteht eine der größten und aktivsten Strukturen des organisierten Neofaschismus im nördlichen Niedersachsen. Die Nazikameradschaften „Gladiator Germania“ oder „Nationaler Widerstand Tostedt“ treiben seit Jahren dort ihr Unwesen. Angriffe auf politisch Andersdenkende, nichtrechte Jugendliche und Menschen die nicht ins rassistische und menschenverachtende Weltbild der Nazis passen gehören dort zum Alltag.
Diese Situation wird von der örtlichen Politik, Verwaltung und vor allem durch die Polizei und dem sog. „Verfassungsschutz“ systematisch verharmlost und entpolitisiert. Vielmehr werden antifaschistische Jugendliche kriminalisiert und als Unruhestifter gebrandmarkt.
Die Ermordung von Gustav Schneeclaus ist ein Ausdruck extrem rechter Einstellungen und Handlungen, die Stefan Silar und die Tostedter Neonazis bis heute propagieren und leben.
Mit der antifaschistischen Demonstration soll an Gustav Schneeclaus erinnert und den Nazis entgegengetreten werden.
Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Antifaschistische Demonstration
Samstag, 19. März 2011
13 Uhr
Tostedt – Bahnhof

landfriedensbruch.tk

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NACHTRAG: 19.03.11 – Antifa-Demo in Tostedt
Bei Sonnenschein kamen am gestrigen Samstag rund 800 Menschen in Tostedt zusammen, um gemeinsam auf die Straße zu gehen. Das Örtchen Tostedt ist seit Jahren Schwerpunktgebiet des organisierten Neofaschismus in Niedersachsen und in den vergangenen zwei Jahren kam es zu diversen Übergriffen durch Nazis.
Die antifaschistische Demonstration stand unter dem Motto: „Kein Vergeben, kein Vergessen! Den Nazis offensiv entgegentreten!“. Die Teilnehmer_innenzahl übertraf die Erwartungen der Organisator_innen der Demo und insgesamt kann mensch zufrieden mit dem Tag in Tostedt sein. Selbst anfängliche Rangeleien mit und Übergriffe durch die Polizei können den Erfolg nicht schmälern.
Mit der Demo konnte ein erster Schritt beim Aufbau antifaschistischer Strukturen in Tostedt getan und die Verhältnisse im Ort etwas zum Tanzen gebracht werden.
landfriedensbruch.tk

Tostedt

Dresden: Desaster für Nazis – Aufmarsch verhindert!

DD 2011

Am 19. Februar 2011 wurde der größte jährliche Naziaufmarsch Europas in Dresden erneut erfolgreich durch ein breites Spektrum von Menschen, von autonomen Antifas bis zu Bürgerlichen und Parteigängern, verhindert.
Nur noch 3.000 Nazis, bereits entmutigt durch den Misserfolg im Februar 2010, versuchten ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten. Damit scheiterten sie jedoch wieder desaströs.
4.500 Polizeibeamte sollten ihnen diesmal den Weg freiknüppeln, waren jedoch von Anfang an trotz des Einsatzes von Wasserwerfern, Drohnen, Hunden sowie Gasgranaten & Pepperballs von Masse und Entschlossenheit der bis zu 20.000 Gegendemonstrant_innen massiv überfordert.
Diese beteiligten sich an Sitzblockaden und errichteten brennende Straßenbarrikaden, um die Kundgebungsorte der Ewiggestrigen unzugänglich zu machen, sie brachen teils militant durch Polizeiabsperrungen und griffen dezentral die Rechtsradikalen und deren Busse an.
Das Zusammenwirken dieser vielen Faktoren ermöglichte den Erfolg.
Am Rande der Geschehnisse kam es zu einem Angriff eines 200-köpfigen Nazitrupps auf ein linkes Hausprojekt in Dresden-Löbtau, und vermummte Polizisten überfielen am Abend als ‚aggressive Abschreckungsmaßnahme‘ die Pressestelle des Bündnisses ‚Dresden Nazifrei‘.
Der staatlichen Repression zum Trotz wurde wieder sichtbar, welche Erfolge wir mit Entschlossenheit im Kampf gegen den Faschismus erzielen!
Unsere Solidarität gehört jetzt den fünfzig Festgenommenen und allen anderen, die von den Bullen verletzt und schikaniert wurden!

Pressespiegel

DD 2011 _ 02

Gegen 1000 Kreuze … für ein selbstbestimmtes Leben


--- 1000Kreu­ze Marsch wird auch die­ses Jahr nicht un­be­hel­ligt durch die Stadt zie­hen kön­nen ---
Am Mon­tag ver­öf­fent­lich­te Eu­ro­Pro­Li­fe den 12.​03.​2011 als Ter­min für den dies­jäh­ri­gen 1000 Kreu­ze Marsch in Müns­ter.
Das Bünd­nis „Gegen 1000 Kreu­ze“ re­agier­te so­fort und kün­dig­te unter dem Motto „Fun­da­men­ta­lis­ti­sche Chris­t_in­nen ‚ab­schir­men‘ – Krea­ti­ve Stör­ak­tio­nen gegen den 1000Kreu­ze Marsch“ Pro­tes­te an.

Seit 2006 fin­det der Marsch von Eu­ro­Pro­Li­fe neben Mün­chen und Fulda u.a. auch in Müns­ter statt.
Be­reits 2009 und 2010 tra­fen die Kreuz­trä­ger_in­nen auf Pro­tes­tie­ren­de die laut ihren Unmut gegen das von ihnen ge­for­der­te kom­plet­te Ver­bot von Schwan­ger­schats­ab­brü­chen deut­lich mach­ten. „Eu­ro­Pro­Li­fe geht es nicht nur um Schwan­ger­schafts­ab­brü­che, sie sehen auch Ver­hü­tung und Ho­mo­se­xua­li­tät und jedes an­de­re von ihrer Norm ab­wei­chen­de Ver­hal­ten als nicht mit der Bibel ver­ein­bar und daher be­kämp­fens­wert an. Diese mit­tel­al­ter­li­chen Po­si­tio­nen ge­hö­ren in den Ge­schichts­un­ter­richt, aber nicht auf die Stra­ße,“ so Rita Tramm, Spre­che­rin des Bünd­nis­ses.
Immer wie­der lockt die als Pro­zes­si­on (Ge­bets­zug) ge­tarn­te De­mons­tra­ti­on auch Neo­na­zis an. 2010 nahm bei­spiels­wei­se der da­ma­li­ge Be­zirks­be­auf­trag­te der JN (Jun­gen Na­tio­nal­de­mo­kra­ten) des Müns­ter­lan­des Mar­cel Hues­mann mit sei­nen Ka­me­ra­den teil. Tramm: „Ver­wun­der­lich ist die Be­tei­li­gung von Neo­na­zis nur auf den ers­ten Blick, sind doch die Avan­cen nach rechts außen sei­tens der selbst­er­nann­ten ‚Le­bens­schüt­zer‘ ziem­lich deut­lich. So­wohl in ihrer sehr ri­gi­den Se­xu­al­mo­ral, als auch in ihrem sehr kon­ser­va­ti­ven Rol­len­ver­ständ­nis.“ Auch per­so­nell gibt es durch­aus An­knüp­fungs­punk­te. 2009 war Klaus Gün­ter Annen ein will­kom­me­ner Gast von An­mel­der Wolf­gang He­ring und Co. Annen ist seit Jah­ren be­kannt für seine An­ti-​Ab­trei­bungs-​Pro­tes­te vor Kli­ni­ken. Er er­hielt meh­re­re An­zei­gen wegen Be­lei­di­gung, weil er Ärz­ten und Frau­en vor­wirft sich am „Ba­by­caust“ zu be­tei­li­gen. Auf der gleich­na­mi­gen Home­page (Babycaust.​de) stellt er her­aus, dass er Ab­trei­bun­gen für die „Stei­ge­rungs­form der grau­sa­men Ver­bre­chen“ des Ho­lo­causts hält. Er schreibt unter an­de­rem für kreuz.​net – ein Opus Dei na­he­ste­hen­des On­lin­e­por­tal – und die rech­te Wo­chen­zei­tung Junge Frei­heit. Auch Fe­li­zi­tas Küble, Lei­te­rin des Chris­to­phe­rus­wer­kes Müns­ter und ehe­ma­li­ge Be­trei­be­rin des fun­da­men­ta­lis­ti­schen, eben­falls in Müns­ter an­säs­si­gen „Komm-​Mit Ver­la­ges“, jähr­li­che Teil­neh­me­rin des 1000Kreu­ze Mar­sches, ist Au­to­rin der JF.

Die Pro­tes­te der letz­ten Jahre schei­nen Wir­kung zu zei­gen. So dis­tan­zier­te sich das Bis­tum Müns­ter nach einem Of­fe­nen Brief des Bünd­nis­ses von den“Le­bens­schüt­zern“, be­zeich­ne­te sie als „Kampf­trup­pe am äu­ßers­ten Rand der Kir­che“ und lehn­te es ab die Ae­gi­di­i­kir­che für einen Got­tes­dienst der Fun­da­men­ta­lis­t_in­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len. (MZ vom 12.​03.​2010)
Auch die Teil­neh­mer_in­nen­zahl des 1000Kreu­ze Mar­sches hat sich 2010 im Ver­gleich zum Vor­jahr fast hal­biert. Den Pro­tes­tie­ren­den ist das noch nicht genug, sie wer­den auch die­ses Jahr auf die Stra­ße gehen um für das Recht auf Selbst­be­stim­mung zu de­mons­trie­ren.

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NACHTRAG:

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Am Samstag, den 12. März fand erneut ein so gennanter 1000-Kreuze-Marsch statt. Jedes Frühjahr versammeln sich AbtreibungsgegnerInnen und christliche FundamentalistInnen in Münster und ziehen mit einem Gebetszug durch die Stadt. In den vergangenen 3 Jahren gab es immer viel Protest. Auch gestern wieder. So konnten die ca. 140 FundamentalistInnen erst nach erheblicher Wartezeit loslaufen. Sie waren umringt von linken GegendemonstrantInnen.
Dem Motto „Fundamentalist_innen abschirmen“ waren viele gefolgt, die mit beschrifteten Regenschirmen und kreativ gestalteten Transparenten und Pappen ihren Unmut ausdrückten. Es flog jede Menge Konfetti und laute Parolen und Hohngesänge schallten über den Kirchplatz.

Als der Zug dann mit Verspätung loslaufen konnte, waren immer noch an die 100 GegendemonstrantInnen an der Strecke, die ein Gegenbild zu dem frauen- und homosexuellenfeindlichen „Gebetsmarsch“ bildeten.

Die Polizei teilte mit, dass sie gegen 105 Personen wegen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz ermittele. Drei Personen sollen angeblich Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte begangen haben.
Antifaschistische Linke Münster
Indymedia
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Soest 12.02. – Ohne Nazis

Für den 12.02.2011 haben Neonazis um den Kader Axel Reitz, ein bundesweit agierender und öffentlich bekannter Rechtsextremist, eine „Trauerdemonstration“ in Soest angekündigt, weil in der Nacht zum 29.01.2011 auf einer Vorabi-Fete der 20-jährige Azubi Tim K. von einem 17-jährigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund erstochen wurde.

Mobipage

Antifaschistische Aktion Soest

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NACHTRAG: Bericht

Liebig-Soli Demo am 2.2. auch in Osnabrück


Gegen 17.30 versammelten sich etwa 60 Personen am Ledenhof in Osnabrück um so ihre Solidarität für das heute morgen geräumte und ehemals besetzte Haus in Berlin kundzutun.
Mithilfe von Transparenten und vielen Feuerwerkskörpern ist es erneut gelungen unsere Anliegen ungestört auf die Straße zu bringen. Erfreulich, dass es nur 45 Minuten nach der Veröffentlichung benötigte um eine so lautstark und entschlossene Demo auf die Beine zu stellen.

Die Polizei war ziemlich überrascht. Sie beschränkten sich auf verkehrsregelnde Maßnahmen und scheiße gucken.

Wir senden solidarische Grüße nach Berlin und wünschen Euch und uns eine aussagekräftige Nacht und erfolgreiche Tage!
Indymedia Artikel
Neue Osnabrücker Zeitung: ‚Randalierer attackieren Polizei Osnabrück mit Feuerwerkskörpern und Steinen‘