Dresden – Die kollektive Unschuld

Donnerstag, 13. Januar, 19.30 Uhr
Raum 11 / 211
(Neuer Graben/Schloss, Uni Osnabrück)
AStA der Uni Osnabrück

Inhalt des Vortrags: Gunnar Schubert erzählt die deutsche Erfolgsstory des Great Dresden Swindle.
Er widerlegt die zahlreichen kursierenden Legenden, in denen sich die Deutschen als Opfer der alliierten »Terrorangriffe« erklären, und stellt sie den Tatsachen gegenüber. Vor allem aber liefert er Erklärungen dafür, wie dieses letzte große Propagandastück Joseph Goebbels’ sich über 60 Jahre halten konnte und warum es das Geschichtsbild der Deutschen über die Stadtgrenzen hinaus gerade heute wieder so maßgeblich prägt.

In einem historischen Abriss über Dresden im Nationalsozialismus widerlegt Schubert den Mythos von der unschuldigen Stadt. In diesem Zusammenhang wird die Rolle der Oral history sowie die Verklärung der Stadt in DDR und BRD beleuchtet.

Gunnar Schubert ist Autor des Buches „Die kollektive Unschuld. Wie der Dresden-Schwindel zum nationalen Opfermythos wurde“.

Anlass der Veranstaltung ist der nahende 13. Februar 2011, um den herum Dresden wieder einmal Schauplatz des größten regelmäßigen Naziaufmarschs der BRD sein wird (mit zuletzt über 6.000 TeilnehmerInnen). Dieser wird alljährlich als „Trauermarsch“ inszeniert.

Hinzu kommt, dass im gleichen Zeitraum mehrere zehntausend DresdnerInnen den Opfern der Bombenangriffe gedenken, dabei werden sie die Opfer der Nazis und wahrscheinlich auch die Toten von Hiroshima in ihr Gedenken miteinschließen. Die auf „Versöhnung“ ausgelegte Idee einer großen Opfergemeinschaft verwischt dabei ganz bewusst den Kontext des Zweiten Weltkriegs, die Parameter von Ursache und Schuld.

Zur Blockade des Naziaufmarschs wird es außerdem am 18.01.2011 um 20 Uhr eine Infoveranstaltung im SubstAnZ, Frankenstraße 25a, geben, wo u.a. eine gemeinsame Anreise besprochen wird.


1 Antwort auf „Dresden – Die kollektive Unschuld“


  1. 1 Dresden – Die kollektive Unschuld « Jugendantifa Kreis Osnabrück … Pingback am 07. Januar 2011 um 4:29 Uhr
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