Archiv für Juli 2010

Dortmund 04.09.2010 (Nationaler Antikriegstag) – Infoveranstaltung Osnabrück

Für den 4. September 2010 mobilisieren die Dortmunder Neonazis erneut europaweit zum so genannten „Nationalen Antikriegstag”. Die seit 2005 jährlich stattfindende Demonstration ist für die extreme Rechte ein günstiger Anlass, um unter dem Deckmantel des „Pazifismus“ ihren Rassismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus zu propagieren. Vom Geschichtsrevisionismus gar nicht zu sprechen: Die Neonazis leugnen bis heute konsequent die historische Tatsache, dass mit dem Angriffskrieg der deutschen Nationalsozialist_innen gegen Polen der Zweite Weltkrieg begann.
Der Gedenktag am 1. September erinnert eigentlich an den Überfall Deutschlands auf Polen. Mit diesem Angriff wurde der 1. September 1939 zum Beginn des deutschen Vernichtungskrieges. Der „Antikriegstag“ ging dann aus einer Gewerkschaftsinitiative 1957 hervor, die gerade mit Blick auf die Wiederbewaffnung Deutschlands unter dem Motto „Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus!“ zu Aktionen aufrief.

Infoveranstaltung in Osnabrück:
26.08.2010 um 19.00Uhr
im Substanz (Frankenstraße 25a)

check: www.s4.blogsport.de/aufruf/

Wieder ein schlechter Verlierer

Am gestrigen Abend, den 07. Juli, nachdem die deutsche Fußballnationalelf der Männer der spanischen 0:1 unterlag, kam es am Osnabrücker Neumarkt zu den erwarteten Ausfällen sogenannter Schland-Fans.

Unmittelbar nach Abpfiff feierten rund 100 Fans der spanischen Nationalmannschaft auf dem Neumarkt den Finaleinzug.
Zugleich fanden sich jedoch auch Teile der rechtsoffenen bis extrem rechten Osnabrücker Szene dort ein.
Diese fielen durch ein sehr aggressives Verhalten auf, so kam es zu rassistischen, sexistischen, neonazistischen und transphoben Beleidigungen und Übergriffen
Dies äußerte sich u.a. durch das offene Tragen von T-Shirts der Nazibands Sleipnir und Landser sowie durch das Rufen von Parolen wie „Frei, sozial und national“, „Heil Hitler“ und durch Sprüche wie „Scheiß Spanier, verpisst euch“, „Ihr schwulen Spanier“ und „Komm, wir hauen den Spaniern aufs Maul“.
Ein Höhepunkt dieser menschlichen Inkompetenz war der tätliche Angriff auf einen transsexuellen Menschen, welchem nach vorhergegangen Belästigungen ein Tritt gegen die Beine verpasst wurde. Die hohe Anzahl von Einsatzkräften der Polizei führte zu keinem Schutz des Opfers. Zudem wurden vermeintliche Antifaschist_innen als solche, in Verbindung mit massiven Beleidigungen, betitelt und ebenfalls körperlich angegangen.
Abseits des Getümmels kam es in der Johannisstraße/Seminarstraße, nahe der Kneipe „Johannisbeere“, welche in der Vergangenheit als beliebter Treffpunkt der lokalen Hooligan- und Naziszene genutzt wurde, zu Auseinandersetzungen, ausgehend von Osnabrücker Nazis und Hooligans. Diese Gruppe lieferte sich in Folge dessen Verfolgungsjagden mit den anwesenden Polizeikräften.

Erneut zeigt sich in Osnabrück, dasz der vermeintlich „gesunde“ Fußballpartyotismus und das Abfeiern des deutschen Staates untrennbar mit nationalistischen Auswüchsen verknüpft ist, was Ausgrenzung und Angriffe auf Menschen, die nicht in das deutsche Weltbild passen, zur Folge hat.