Demo gegen Polizeigewalt und -Morde


Anlässlich des Mordes an einem 14-Jährigen durch die Polizei in Österreich demonstrierten am Montag, dem 10. August 2009, ca. 30 Antifaschist_innen spontan unter dem Motto „No Justice, No Peace – Fight The Police“ durch die Osnabrücker Innenstadt.

Die Demo gegen Polizeigewalt begann kurz nach 19.00 Uhr und zog lautstark kreuz und quer durch die belebte Innenstadt.
Zahlreiche Flyer wurden verteilt, Sprechchöre skandiert und Passant_innen informiert. Die Stimmung war kämpferisch.
Nach ca. 20 Minuten tauchte dann am Nikolaiort der erste Streifenwagen auf, der sich vorerst damit begnügte, hinter dem Demozug herzufahren.
Nach einigen Minuten fassten sich die beiden Beamten dann ein Herz und schlossen zur Demospitze auf, wo sie aus dem Auto heraus versuchten, die Demonstrant_innen zum Anhalten zu bewegen.
Ihre lächerlichen Versuche wurden ignoriert.
Vor dem L+T löste sich der Mob dann spontan in alle Himmelsrichtungen auf. Zurück blieb die verdutzte Streifenwagenbesatzung.

Wir demonstrieren, wann und wo wir wollen!
Gegen Repression, Polizeigewalt und Kontrollen!

Der Aufruf auf den verteilten Flugblättern:

NO JUSTICE – NO PEACE!

Florian P., Solidarität nach Österreich.

In den frühen Morgenstunden des 5. August 2009 wurde der gerade einmal 14 Jahre alte Florian P. aus Krems in Österreich von Polizeibeamten kaltblütig erschossen.
Dabei wollten er und sein Freund Roland T. eigentlich „nur“ in eine Filiale der Supermarktkette Merkur eindringen und etwas Geld und Alkohol entwenden.
Anscheinend muss mensch damit rechnen, für solche Taten getötet zu werden.
Als sie in das Geschäft einbrachen, lösten sie den stillen Alarm aus. Nach einigen Minuten erreichten zwei Polizeibeamte und
und ein Angestellter den Markt. Kurze Zeit später trafen sie auf die Jugendlichen, welche versuchten zu entkommen.
Florian P. musste diesen Fluchtversuch mit seinem Leben bezahlen. Mit mehreren Schüssen im Rücken verstarb er im nächstgelegenen Krankenhaus.
Auch Roland T. wurde schwer verletzt.
Der 16Jährige erlitt schwerste Verletzungen, da eine Kugel, vermutlich aus der österreichischen Dienstwaffe „Glock 17“, beide Oberschenkel durchdrang. Als ob das nicht Strafe genug sei, sitzt er nun schwerverletzt in Untersuchungshaft.
Die Polizisten hingegen brauchen laut Polizeiaussagen „vor allem erstmal Ruhe.“

Die österreichischen Medien berichten seit Tagen über fast nichts anderes mehr. Doch sie schildern den Mord meist ausschließlich aus der Sicht der Polizei. So schreiben sie immer wieder Artikel, in denen ausgesagt wird, dass die Jugendlichen schließlich technisch bewaffnet gewesen seien und der Polizei einschlägig bekannt wären. Dass es sich bei der „Bewaffnung“ lediglich um eine Mini-Gartenkralle und einen Schraubenzieher handelte, die die beiden Jugendlichen als Einbruchswerkzeug nutzten, wird nicht erwähnt.

Doch das alles ist kein Einzelfall, im vergangenen Jahr feuerten österreichische Polizist_innen insgesamt 120 Kugeln in 77 Einsätzen ab. In sechs Fällen schossen die Beamten gezielt auf Personen, fünf davon wurden verletzt, zwei Personen starben, wovon eine komplett unbeteiligt war.

Und auch in Deutschland kommt es immer wieder zu derartigen Vorfällen. Im Jahr 2006 fielen 90 Schüsse bei Auseinandersetzungen. Davon waren 57 Warnschüsse, 6 Schüsse gegen Gegenstände und ganze 27 direkt auf Menschen. 15 Personen wurden hierbei von Projektilen schwer verletzt, sechs Personen starben.
So ist es nicht verwunderlich, dass auch immer wieder Unbeteiligte den lockeren Abzugsfingern der PolizistInnen zum Opfer fallen.

Wer sich nicht konform zu den Gesetzen verhält, muss damit rechnen,
ins Visier einer schiesswütigen Polizei zu geraten, in deren Logik die Menschenleben von Straftätern nichts wert sind.
Die Behörden setzen die „Sicherung der öffentlichen Ordnung“ konsequent auch mit Waffengewalt durch.
Der Mord an Florian P., nur einer von vielen, hat nun das Fass zum Überlaufen gebracht!

Wir fordern die sofortige Entwaffnung aller Exekutiv- und Repressionsorgane!
Nehmt die Menschenrechtsverletzungen nicht länger hin!

FIGHT THE POLICE !


1 Antwort auf „Demo gegen Polizeigewalt und -Morde“


  1. 1 Dienstagsupdate « meta.blogsport Pingback am 11. August 2009 um 21:43 Uhr
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